Frankfurt. Nach dem schriftlichen Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts hat die Lufthansa das Nachtflugverbot an ihrem zentralen Drehkreuz Frankfurt endgültig akzeptiert. Man werde gegen die Entscheidung und die ergänzte Planfeststellung des Landes Hessen nicht weiter juristisch vorgehen, erklärte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer am Dienstagabend in Frankfurt. Und sah auch Positives in der juristischen Entscheidung: Der neue Rahmen biete dem Unternehmen Planungssicherheit.

Er erwarte allerdings auch von den Ausbaugegnern, dass sie das nunmehr höchstrichterlich bestätigte Mediationsergebnis mit einem Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 05.00 Uhr endgültig akzeptierten, sagte Lauer. Das Gericht in Leipzig habe mit seinem Urteil aus dem April auch 133 Flugbewegungen in den beiden Nachtrandstunden genehmigt. Ausbaugegner verlangen eine Ausweitung des Verbots.

Lauer forderte die Landespolitik auf, die Regelungen der strikten Nachtfluggrenze um 23.00 Uhr zu überdenken. Seit Eröffnung der neuen Landebahn und dem Inkrafttreten des Nachtflugverbots im Oktober vergangenen Jahres seien bereits rund 20.000 Passagiere in Frankfurt hängengeblieben, weil ihre Flieger keine Startgenehmigung mehr erhalten hätten. Die Regelung müsse mehr Rücksicht auf die Interessen der Passagiere nehmen und sich an international üblichen Standards orientieren.

Die AUA-Mutter Lufthansa ihrerseits unternehme alles, um nicht mit ihren Maschinen in das Nachtflugverbot zu laufen, ergänzte Passage-Vorstand Kay Kratky. Mit dem Winterflugplan rolle der letzte Jet planmäßig um 22.15 Uhr von den Blöcken, derzeit noch um 22.30 Uhr. Lufthansa habe nicht nur zahlreiche Flüge vorverlegt, sondern auch 49 Spätflüge in der Woche ab Frankfurt gestrichen, um Puffer in der letzten Betriebsstunde zu schaffen. "Das kostet uns Millionen", sagte Kratky.