Berlin. Nach den EU-Finanzministern hat sich einem Zeitungsbericht zufolge auch EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier gegen eine gesetzliche Obergrenze für Banker-Boni ausgesprochen. Nicht der Gesetzgeber, sondern die Aktionäre der Bank sollten die Boni begrenzen, zitierte das "Handelsblatt" (Montag-Ausgabe) aus einem Kompromissvorschlag des Kommissars.

  "Solche Limits sollten von der Genehmigung des betroffenen Instituts abhängig sein", hieß es dem Blatt zufolge darin. Das Europaparlament stehe mit seiner Forderung nach einer gesetzlichen Deckelung der Boni nun allein da, berichtete die Zeitung. EU-Kommission, Finanzministerrat und Europaparlament müssten sich nun über die Regelung der Sondervergütungen sehr schnell einigen.

   Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich vergangene Woche zwar für eine strikte Begrenzung der Boni für Bankmanager ausgesprochen. Über die Höhe will aber auch er die Aktionäre entscheiden lassen. "Wir müssen Anreize für Manager setzen, im langfristigen Interesse ihrer Banken zu handeln", schrieb er in einem Gastbeitrag für eine Zeitung.