Tokio/Peking. (da) Harmlos klingen die offiziellen Kommuniqués der Konzerne: Beim japanischen Autobauer Toyota werde die Produktion in seinen drei chinesischen Werken "angepasst", Konkurrent Nissan stellt aufgrund der "aktuellen Marktsituation" den Bau der Fahrzeuge im Reich der Mitte bis 7. Oktober komplett ein. Doch hinter den Euphemismen stecken milliardenschwere Verluste im Zuge des schwelenden Inselstreits zwischen China und Japan.

Um bis zu 30 Prozent weniger Fahrzeuge verkaufe Toyota seit Beginn der Krise, vermelden japanische Medien. Der weltgrößte Autobauer steigt daher auf die Bremse und setzt im Oktober die Produktion in China aus - ausgerechnet dem Markt, in dem Toyota den Absatz heuer von 800.000 auf eine Million Fahrzeuge steigern wollte. Konkurrent Suzuki streicht eine der beiden Arbeits-Schichten in seinen Werken.

Die Auto-Giganten bilden die am besten sichtbare Spitze des Eisbergs einer Handelskrise: 14 Milliarden Euro pro Monat koste das Aus der Produktion laut Berechnungen des japanischen Daiwa-Forschungsinstituts. Insgesamt sind 33.400 japanische Firmen in China oder Hongkong vertreten; ein Komplett-Ausfall aller Exporte käme auf rund 120 Milliarden Euro pro Monat.

Auch wenn beim Treffen der Außenminister beider Länder am Dienstag die Stimmung unterkühlt war: Eine offene Eskalation des Streits über die Inseln im Ostchinesischen Meer hätte für die beiden größten Volkswirtschaften der Region unvorhersehbare Folgen. 286 Milliarden Euro betrugen die Handelsströme zwischen Japan und China im vergangenen Jahr. China ist Japans wichtigster Handelspartner, Japan wiederum ist der drittgrößte des Reichs der Mitte.