• vom 10.10.2012, 17:25 Uhr

International

Update: 10.10.2012, 22:24 Uhr

Insolvenz

Al Jaber zahlte 2,85 Millionen Euro nicht, Backhausen pleite




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Von Kid Möchel

  • Textilunternehmen erleidet ähnliches Schicksal wie Kneissl - 101 Jobs betroffen.

Wien/Krems. Vor vierzehn Tagen wurde der Einstieg des Hotelbetreibers Mohamed Al Jaber bei der alteingesessenen Textilfirma Backhausen interior textiles GmbH der Öffentlichkeit präsentiert, jetzt ist die Firma mit Produktionsstandort im niederösterreichischen Hoheneich pleite. Laut AKV, Creditreform und KSV1870 hat Backhausen ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. 101 Arbeitsplätze sind gefährdet. "Nach ungenütztem Verstreichen mehrerer Einzahlungsfristen, die der JJA Beteiligungsverwaltungs GmbH (Al Jaber) gesetzt worden waren, stellte die niederösterreichische Hypo Landesbank ihre Forderungen fällig", heißt es im Insolvenzantrag. "Mehrere Beteuerungen des Scheichs Al Jaber in den vergangenen Tagen, dass die Einzahlung von 2,85 Millionen Euro kurzfristig erfolge, bewahrheiteten sich nicht."

Dieser Geldfluss wäre notwendig gewesen, damit die Banken zum Teil auf Forderungen verzichten und sogenanntes Working Capital weiter zur Verfügung stellen. Die Backhausen-Insolvenz erinnert stark an das Schicksal der früheren Kufsteiner Skifirma Kneissl, bei der Al Jaber auch eingestiegen war. Nach mehreren Zahlungsanläufen hat Al Jaber - nach der Pleite - doch noch einen Zwangsausgleich finanziert.


Laut Backhausen-Antrag soll Al Jaber "nach mehreren Verzögerungen" überhaupt nur 350.000 Euro Kapitalerhöhungsbetrag bezahlt haben, jedoch direkt an die Hypo NÖ. Doppelt tragisch ist der Fall auch deshalb, weil die Hypo nach den wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei Backhausen 2011 laut Firmenangaben den Kontakt zu Al Jaber hergestellt hat. Bereits am 24. April 2012 soll sich die Beteiligungsfirma JJA verpflichtet haben, 3,2 Millionen Euro Übernahmepreis bar bis spätestens 30. Mai 2012, davon 554.000 Euro im Zuge eine Kapitalerhöhung, einzubringen, heißt es im Insolvenzantrag.

Al Jaber-Sprecherin: "Banken machten unnötig Druck"
Für Al Jaber sind die Banken schuld:. "Es hat keinen Zahlungsdruck gegeben, bis die Banken einen Konkursantrag eingebracht haben und das Unternehmen unter unnötigen Druck gesetzt haben", so die Sprecherin von Al Jabers Firma MBI International, Andrea King, am Mittwochabend. Trotz dieser "unüblichen" Vorgangsweise der Bank stehe man zu der Vereinbarung mit der Familie Backhausen und setze die Arbeit an der Restrukturierung des Unternehmens fort: "Wir haben es der Familie versprochen".

Laut Creditreform betragen die Schulden 6,64 Millionen Euro, davon entfallen 4,13 Millionen Euro auf Banken und davon wieder mehr als die Hälfte bei der Hypo. Lieferanten schuldet Backhausen rund eine Million Euro.




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Dokument erstellt am 2012-10-10 17:33:07
Letzte Änderung am 2012-10-10 22:24:04


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