• vom 03.08.2010, 16:12 Uhr

International


Das Bewerbungsfoto wird unterschätzt - worauf Jobsuchende beim Fotografieren zuhause oder im Studio achten sollten

Wie sich Bewerber ins beste Licht rücken




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Sophia Freynschlag

  • Das Bild zeigt, wie viel einem die neue Stelle wert ist.
  • Foto in Schwarz-Weiß oder in Farbe?
  • Sich mit der richtigen Kleidung von der Masse abheben.
  • Wien. Vielen ist es unangenehm, fotografiert zu werden - besonders, wenn sie Bilder für ein Bewerbungsschreiben brauchen. "Viele Bewerber schneiden dann einfach ein Porträt aus einem bereits vorhandenen Foto aus", sagt Karrierecoach Werner Hammerl, Projektleiter der Plattform Bewerbungsberatung.at.

Mit einem schüchternen Blick (li.o.) oder einem Urlaubsfoto (re.o.) hat man schlechte Karten. Besser wirkt ein natürliches Lächeln und seriöses Outfit. Foto: fotolia

Mit einem schüchternen Blick (li.o.) oder einem Urlaubsfoto (re.o.) hat man schlechte Karten. Besser wirkt ein natürliches Lächeln und seriöses Outfit. Foto: fotolia Mit einem schüchternen Blick (li.o.) oder einem Urlaubsfoto (re.o.) hat man schlechte Karten. Besser wirkt ein natürliches Lächeln und seriöses Outfit. Foto: fotolia

Zweckentfremdete Fotos vom letzten Sommerurlaub eignen sich aber ebenso wenig wie Reisepass-Fotos oder zehn Jahre alte Bilder für eine Bewerbung. "Viele Arbeitssuchende unterschätzen die Bedeutung des Bewerbungsfotos", sagt Hammerl. Auch wenn viele Personalleiter die Bedeutung des Fotos herunterspielen - es fließe unbewusst in die Entscheidung der Personalabteilung ein.


Dass Urlaubsfotos in einer Bewerbung nichts zu suchen haben, findet auch Harald Posch, Leiter der Personalabteilung der Volksbank, bei dem pro Jahr mehrere tausend Bewerbungen eingehen. "So ein Foto kann eine Hürde sein, weil man dem Bewerber unterstellt, dass er nicht sorgfältig ist", sagt Posch. Michael Weinwurm, Geschäftsführer des Wiener Fotostudios Weinwurm, rät daher, in ein professionelles Foto zu investieren. Denn das zeige, wie viel einem der neue Job wert ist. "Nehmen Sie sich Zeit und kommen Sie nicht abgehetzt ins Fotostudio", rät Weinwurm daher.

Große Preisunterschiede

Die Preisspanne bei professionellen Fotostudios sei exorbitant, so Hammerl. Ab 20 Euro gibt es Bewerbungsfotos - die Grenze ist nach oben hin offen. Mehr als 100 Euro für die Bilder auszugeben ist seiner Ansicht nach nicht notwendig. Viele zahlen noch einen Aufpreis für professionelles Make-up vom Visagisten, wenn dies angeboten wird.

Wer die Fotos zuhause mit der Digitalkamera schießen will, sollte sich vor einen neutralen Hintergrund stellen und auf eine gute Ausleuchtung achten.

Der erste Eindruck zählt, daher ist ein sympathischer Gesichtsausdruck mit einem natürlichen Lächeln wichtig. Besonders Männer machen oft den Fehler, dass sie besonders seriös wirken wollen und dann zu ernst aussehen.

Ob die Fotos frontal oder von der "Schokoladenseite" leicht schräg am besten wirken, muss individuell ausprobiert werden. Weinwurm rät, mit dem Bildausschnitt zu spielen: "Wer aus dem Rahmen fällt, fällt unter der Masse an Bewerbungen auf."

Die Kleidung sollte genau überlegt sein. Idealerweise greift man zu einem Outfit wie beim Vorstellungsgespräch - also besser gekleidet als an einem normalen Arbeitstag. Die Kleidung sollte auf die Branche und die Position zugeschnitten sein. Wer sich bei Unternehmen in verschiedenen Branchen bewirbt, sollte sein Outfit auf den Fotos an die Branche anpassen.

Für eine Stelle als Bankberater greift man laut Hammerl am besten zu einem Kostüm oder Anzug mit Krawatte oder Hemd in Blau, weil die Farbe Vertrauen und Zuverlässigkeit ausstrahlt. Karierte Hemden und auffällige Farben wie Rot sind hingegen keine gute Wahl. Volksbank-Experte Posch sieht das nicht ganz so eng: "Es muss nicht immer Anzug und Krawatte sein. Solange die Kleidung ordentlich ist, geht das in Ordnung", so Posch.

Kleine Fehler kaschieren

Frauen sollten sich dezent schminken und keinen auffälligen Schmuck tragen. Bei einer Bewerbung für eine Führungsposition raten die Experten eher zu zusammengebundenen oder hochgesteckten Haaren. Offene Haare sind vor allem dann okay, wenn sie die Bewerberin auch sonst immer offen trägt.

Ist das Foto einmal im Kasten, geht es an die Nachbearbeitung. Retuschiert wird fast immer - vor allem Rötungen und Pickel werden kaschiert. "Das darf aber nie soweit gehen, dass die Personalisten beim Vorstellungsgespräch enttäuscht sind", warnt Hammerl.

Ob ein Foto in Schwarz-Weiß oder in Farbe verwendet wird, ist Geschmackssache. Weinwurm rät allerdings Bewerbern außerhalb der Kreativszene von Schwarz-Weiß-Fotos ab, denn das wirke elitär. Wenn der Bewerber in einem Team arbeiten soll, werde es nicht so gern gesehen.

Vor dem Fototermin sollte der Bewerber abklären, wie viele Bilder gemacht werden und ob man die Ausdrucke oder eine CD erhält. Klassisch wird das Foto am Computer rechts oben in den Lebenslauf eingefügt. Der Bewerber kann allerdings auch ein größeres Foto auf einem eigenen Deckblatt einfügen. Da diese Variante von sich selbst eingenommen wirkt, empfehlen die Experten sie nur für Führungskräfte.

Bei einer Online-Bewerbung sollte die Qualität ausreichend sein, aber die Dateigröße darf keinesfalls zu groß sein - denn viele Unternehmen nehmen gar keine Bewerbungen, die größer als ein Megabyte sind.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2010-08-03 16:12:24
Letzte Änderung am 2010-08-03 16:12:00

Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Siemens-Fusion mit Frankreichs Alstom vor dem Aus?
  2. AUA streicht Jobs und erntet Kritik
  3. Privates Vermögen besonders ungleich verteilt
  4. Druck auf Chinas Branchenprimus
  5. "Pokemon Go"-Firma ist 4 Milliarden Dollar wert
Meistkommentiert
  1. Privates Vermögen besonders ungleich verteilt
  2. "Ab 2021 sind E-Autos massentauglich"
  3. Post sammelt und verkauft Daten zu Parteiaffinität
  4. Druck auf Chinas Branchenprimus
  5. Europa führt Schutzzölle für Stahl ein

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung