Prag. Der Handelskonzern Rewe will die Anzahl der Supermärkte in Osteuropa weiter ausbauen. Derzeit verfügt Billa über 670 Filialen in Zentral- und Osteuropa, pro Jahr sollen 50 bis 80 neue Geschäfte aufgesperrt werden. "Vor allem Russland, die Ukraine und Rumänien haben großes Zukunftspotenzial", sagt Janusz Kulik, Vorstand der Rewe International AG in Wiener Neudorf. In Russland wachse der Umsatz jedes Jahr zweistellig. Heuer wurden zwölf Supermärkte in Moskau übernommen und in Billa-Filialen umgebaut.

Dennoch tut sich der Einzelhändler in Rumänien, Bulgarien und Kroatien im Moment schwer: "Kunden schauen stärker auf ihr Geld im Portemonnaie. Daher müssen wir uns viel stärker über den Preis und unsere Eigenmarken positionieren", sagt Kulik. In den "reiferen" Ländern Tschechien und Slowakei spielten hingegen die Qualität und die Herkunft der Produkte eine große Rolle.

Diskont verschärft Preisdruck


Insgesamt machte Billa im Vorjahr 2,83 Milliarden Euro Umsatz in Zentral- und Osteuropa (plus 3,9 Prozent), für heuer erwartet Kulik ein ähnliches Umsatzplus. Den größten Anteil hatte 2011 Tschechien mit 900 Millionen Euro Umsatz. Im tschechischen Einzelhandel herrscht harter Wettbewerb, die Marktstellung der Diskonter verschärft den Preisdruck. Die Diskont-Marke Penny, die von Rewe in Köln gesteuert wird, verfügt über 370 Märkte in Tschechien. Billa hält bei 203 Standorten und damit bei 46 Prozent Marktanteil im Vollsortiment.

Als Rezept gegen die Konkurrenz setzt Billa auf Produkte von lokalen Produzenten: "Kunden sollen Billa als landestypischen Supermarkt sehen", sagt Kulik.

"Wir wollen den Eigenmarkenanteil von derzeit elf Prozent in den kommenden zwei bis drei Jahren verdoppeln", sagt Jaroslaw Szczypka, Chef von Billa in Tschechien und der Slowakei. Neben "Clever" und der "Billa"-Eigenmarke setzt Billa auf die Feinkost-Marke "Vocílka" und die Bio-Eigenmarke "Naše Bio", für die seit 2009 mit Vertragslandwirten gearbeitet wird. Derzeit besteht das Sortiment aus 190 Produkten.

Die Nachfrage nach Bio-Produkten in Tschechien steigt zwar, macht aber lediglich 0,7 Prozent des gesamten Handels-Umsatzes aus. Bei Billa Tschechien entfällt ein Prozent auf Bio-Produkte.