Wien.

Wer seinen Winterurlaub bucht, sollte sich über Liftpass-Preise informieren. Denn "Skifahren wird deutlich teurer", sagt Josef Kubitschek, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Die 6-Tages-Karte für Erwachsene kostet durchschnittlich um 3,9 Prozent mehr als in der vergangenen Saison, wie ein VKI-Test in 80 österreichischen Skigebieten ergeben hat. Damit liege die Preiserhöhung über der Teuerung. "In den vergangenen zehn Jahren sind die Liftkarten um fast ein Drittel teurer geworden, die Inflationsrate lag aber nur bei 22 Prozent."

Seilbahnbetreiber führen hohe Investitionen in Lifte und Schneekanonen als Grund für die Preiserhöhungen an. Vor allem die Beschneiung geht aufgrund des Schneemangels der vergangenen Jahre in vielen Regionen ins Geld.

Der VKI kritisiert außerdem die Entwicklung, dass sich kleine Skigebiete zu Verbünden zusammenschließen und einige Mehrtageskarten dann nur mehr im Verbund anbieten. "Die Konsumenten müssen eine Verbundkarte kaufen, auch wenn sie nicht das gesamte Skigebiet im Verbund nutzen", kritisiert Kubitschek.

"Es muss auch möglich sein, eine Karte für das kleinere Skigebiet zu kaufen, es sei denn die Karte für den gesamten Skiverbund ist günstiger", sagt Peter Schröcksnadel. Der Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) ist über die Sitour Management GmbH an zahlreichen Skigebieten in Österreich beteiligt.

Wenigzell ist das günstigste, Arlberg das teuerste Skigebiet

"Skifahren entwickelt sich vom Volks- zum Luxussport", sagt Kubitschek. Peter Blazek vom VKI rechnet vor: "Eine vierköpfige Familie muss mit durchschnittlich 3000 Euro für einen Winterurlaub inklusive Anreise, Unterkunft mit Halbpension, Skipässe und Mittagessen rechnen." Noch teurer werde es, wenn die Ausrüstung ausgeliehen werden muss. In der günstigeren Variante müsse die Familie ein Budget von 2000 Euro einplanen. Wobei weniger Pistenkilometer nicht automatisch eine günstigere Liftkarte bedeuten, vor allem wenn das Skigebiet verkehrsgünstig liegt, sagt Blazek.

Laut VKI-Erhebung bietet das Skigebiet Schneeland Wenigzell im steirischen Joglland (mit zwei Pistenkilometern im Ort und zwölf in der Region) in der Hauptsaison 2012/13 um 274 Euro das günstigste Paket für eine vierköpfige Familie. Danach kommen die Tiroler Region Zahmer Kaiser-Walchsee, die Salzburger Postalm Arena und die Forsteralm in Oberösterreich. Das teuerste Skipass-Paket bietet der Arlberg mit 791 Euro, vor den Tiroler Skigebieten Sölden, Kitzbühel und Serfaus-Fiss-Ladis.

Ein europaweiter Vergleich der Tageskarten-Preise zeigt, dass die günstigsten Pässe von Skigebieten mit mehr als elf Pistenkilometern in Osteuropa zu finden sind: ab 20 Euro für einen Erwachsenen. Aber auch auf der Forsteralm (18 Pistenkilometer) kostet eine Tageskarte nur 24 Euro.

Sinkende Skifahrer-Anzahl schadet dem Tourismus

"Je teurer die Liftpreise werden, desto weniger können sich Familien Skifahren leisten - und die Zahl der Skifahrer sinkt", sagt Blazek. Anfang der 1990er Jahre nahmen noch rund 210.000 Schüler an Schulskikursen teil. Heute sind es um 30 Prozent weniger - die Teilnahme an den Skikursen ist nicht mehr verpflichtend.

"Es ist wichtig, dass der Einstieg in den Skisport möglichst preisgünstig ist und es familienfreundliche Angebote gibt", sagt Schröcksnadel im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Das Salzburger Land will in diesem Winter Erwachsene mit einem Ski-Comebackangebot inklusive zwei Stunden Skilehrer täglich auf die Pisten locken.

Das Land Oberösterreich fördert beispielsweise nun nicht nur Skikurse, sondern auch Wintersporttage für Volksschulen und Kindergärten, wie am Freitag vorgestellt wurde. Auch die Skigebiete haben längst reagiert - viele bieten Ermäßigungen oder sogar kostenlose Liftbenützung für Kinder und Jugendliche an.

Für den heimischen Tourismus sind solche Initiativen wichtig - denn dass viele Kinder in Österreich nicht mehr Skifahren lernen, sei ein volkswirtschaftliches Problem, sagt Schröcksnadel: "Wer nicht als Kind Skifahren gelernt hat, wird später nicht auf Winterurlaub in Österreich fahren, sondern ans Meer."

Die VKI-Erhebung unter 80 Skigebieten in Österreich ist kostenlos auf www.konsument.at abrufbar.