Spekulationsverluste brachten die US-Bank JP Morgan Chase ins Kreuzfeuer der Kritik - nun soll es auch eine neue Finanzchefin richten. - © APAweb/EPA/Andrew Gombert
Spekulationsverluste brachten die US-Bank JP Morgan Chase ins Kreuzfeuer der Kritik - nun soll es auch eine neue Finanzchefin richten. - © APAweb/EPA/Andrew Gombert

New York. JP Morgan Chase macht eine Mitarbeiterin zu einer der mächtigsten Frauen der Wall Street: Marianne Lake, die als Finanzchefin der Privatkundenabteilung reüssierte, wird mit Anfang des nächsten Jahres Finanzchefin des gesamten Konzerns. Ihre Aufgabe ist keine leichte: Sie muss nach den Milliardenverlusten aus Spekulationsgeschäften sowie einer Millionenbuße wegen fragwürdiger Immobiliendeals das Vertrauen in die größte US-Bank wieder herstellen.

"Marianne Lake ist eine außergewöhnliche Wahl für diese entscheidende Position", freut sich Bankchef Jamie Dimon über seine Vorstandskollegin. Die 43-Jährige durchlief bei JP Morgan bereits mehrere Stationen und leitete zuletzt die Finanzen des erfolgreichen Privatkundengeschäfts.

Glückloser Vorgänger bleibt Konzern erhalten
Als neue Konzern-Finanzchefin beerbt Lake ihren glücklosen Vorgänger Doug Braunstein. Braunstein, der seit 2010 den Posten des Finanzchefs bekleidete, war wegen Milliardenverluste aus Spekulationsgeschäften in die Kritik geraten. Im ersten Halbjahr musste die größte US-Bank ein Minus von nicht weniger als 5,8 Milliarden Dollar (4,55 Mrd. Euro) verkraften. Mehrere Köpfe rollten bereits wegen dieser Spekulationsverluste, nun hat es offenbar auch Braunstein erwischt - der freilich im Konzern bleiben wird.

"Marianne wird eine exzellente Nachfolgerin für Doug Braunstein sein, ein hervorragender Kollege, dem ich für seine harte Arbeit und Hingabe als Finanzchef danken möchte", komplimentiert der Bankchef seinen ehemaligen Finanzchef aus dem Amt. Braunstein bleibt JP Morgan Chase allerdings erhalten, er soll sich künftig um Top-Kunden kümmern.

Mit der Personalrochade will Dimon die angeschlagene Reputation seines Hauses wiederherstellen. Ganz leicht wird dies nicht: Erst gestern musste sich die US-Bank mit der US-Börsenaufsicht SEC auf eine Millionenbuße von 297 Millionen Dollar (232 Millionen Euro) einigen: JP Morgan wurde vorgeworfen, Investoren mit Wertpapieren auf Basis fauler Immobilienkredite in die Irre geführt zu haben. Am Montag gab das Geldhaus zu verstehen, dass man sich mit der SEC geeinigt habe - ohne das freilich als Schuldeingeständnis zu werten.