Genf. Die Löhne in den Industrieländern sind nach Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) heuer nicht gestiegen. Auch im vergangenen Jahr sei der Lohnanstieg weltweit deutlich hinter den Wachstumsraten aus der Zeit vor der aktuellen Finanzkrise zurückgeblieben, heißt es in dem in Genf veröffentlichten Globalen Lohn-Report der UN-Behörde.

  Nach ILO-Angaben stiegen die Bruttolöhne 2011 inflationsbereinigt um durchschnittlich 1,2 Prozent. 2010 lag der Anstieg nach den Angaben noch bei 2,1 Prozent. In den Entwicklungsländern und im Nahen Osten seien die Löhne 2011 im Schnitt sogar gefallen.

  "Der Bericht zeigt, dass die Krise in vielen Ländern massive Folgen für die Löhne hatte und damit auch für die Beschäftigten", erklärte ILO-Generaldirektor Guy Ryder bei der Vorstellung der Studie. In einigen Ländern - ganz besonders in Deutschland - werde die schwache Binnennachfrage in Folge der Lohnzurückhaltung durch umso höhere Exporte ausgeglichen, heißt es im Bericht. Dies könne jedoch keine Strategie für alle Länder sein.