Wien. (ede) Gutscheine sind grundsätzlich 30 Jahre gültig - wenn keine Befristung festgelegt wurde. Das hat der Oberste Gerichtshof (OGH) erst im August bestätigt. Eine Verkürzung der Frist ist zwar möglich, Verfallsklauseln sind aber unzulässig, wenn sie die Geltendmachung von Ansprüchen ohne sachlich nachvollziehbare Gründe übermäßig erschweren. Je kürzer dabei die Frist ist, umso triftiger muss der Rechtfertigungsgrund sein.

Eine Befristung bei Thermengutscheinen, die vorsieht, dass die Gutscheine nach zwei Jahren verfallen, ist jedenfalls ungültig, befand der OGH. Denn wenn der Konsument nach Ablauf der Befristung keine Möglichkeit mehr hat, den Gutschein einzulösen oder den Wert des Gutscheins zurückzubekommen, sei das ausstellende Unternehmen um den Gutscheinwert bereichert. Für diese Bereicherung gebe es keine sachliche Rechtfertigung; der Verbraucher sei daher gröblich benachteiligt.

Verbraucherschützer raten, beim Kauf von Gutscheinen, die vor allem zu Weihnachten beliebt sind, darauf zu achten, dass sie möglichst lange gelten oder gar keine Befristung haben.