Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé, Paul Bulcke, und seine Frau Marlene beim Slum-Workshop in Davos. - © reuters
Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé, Paul Bulcke, und seine Frau Marlene beim Slum-Workshop in Davos. - © reuters

Davos. (wak) Einmal im Jahr treffen sich die Mächtigen und Reichen im Schweizer Davos, um sich beim World Economic Forum auszutauschen, abwechselnd auf dem Podium zu sitzen und die eigene Agenda voranzutreiben.

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew rief am Dienstag, dem inoffiziellen ersten Tag des Forums, potenzielle ausländische Investoren zu einem größeren Engagement in seinem Land auf. Der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler will sich auf dem Forum um den Abbau von Handelsschranken bemühen, wie er vorab im deutschen Radio erklärte.

Schwer dürfte es ihm nicht fallen, dafür Momentum zu generieren, da das ein Schwerpunkt von Davos ist. Auch die Weltbank setzt sich prominent dafür ein. Zusammen mit dem World Economic Forum selbst und der Management-Beratungsfirma "Bain & Company" (deren Finanzzweig der ehemalige republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney gegründet hat) hat die Weltbank einen Report erarbeitet und präsentiert, wonach der Abbau von Handelsschranken in Lieferketten das weltweite Wirtschaftswachstum viel mehr unterstützen würde als der Abbau von Importtarifen. Konkret würde der Abbau von Schranken in Lieferketten in allen Ländern das globale Bruttoinlandsprodukt um rund 4,7 Prozent erhöhen.

Den Top-Managern und Politikern aus aller Welt bietet Davos heuer eine besondere Form der Horizonterweiterung: Ein "Struggle for Survival"-Workshop der Hongkonger "Crossroad Foundation" soll den Überlebenskampf in einem Slum simulieren. Die Nichtregierungsorganisation will den Davos-Teilnehmern so die Probleme urbaner Armut näherbringen.