(da) Schnell, fleißig, laut, unausstehlich und brutal offen. So sieht sich Hasso Plattner, so sehen ihn frühere Mitarbeiter und Weggefährten in einer Mischung aus Bewunderung und Furcht. Mit diesen Charaktereigenschaften hat es der Co-Gründer der Softwarefirma SAP zu einem Milliardenvermögen gebracht, von dem er zumindest die Hälfte für karitative Zwecke spenden wird. Der 69-Jährige schließt sich der Initiative "The Giving Pledge" ("Das Spendenversprechen") an, die bereits 105 Milliardäre weltweit vereint.

"Ich wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben, die meine Ausbildung ermöglicht hat", begründet Plattner in einem formlosen Schreiben seinen Schritt. Denn mit dem nahezu kostenlosen Studium der Nachrichtentechnik an der Universität Karlsruhe konnte der verheiratete Vater von zwei Kindern die Grundlage für späteren Ruhm und Reichtum legen. Auf knapp sechs Milliarden Euro, vor allem in Aktien von SAP, wird sein Vermögen taxiert.

"Es ist erstaunlich, mit welcher Aggressivität wir uns über Leute ereifern, die erfolgreich sind", sagte Plattner einst. Von höheren Steuern, wie sie Milliardärs-Kollege Warren Buffett forderte, hält er wenig. Plattners Mäzenatentum ist auch eine Flucht nach vorn: Der begeisterte Segler und Golfer möchte bestimmen, wohin sein Geld fließt.

200 Millionen Euro investierte Plattner, der als Aufsichtspräsident noch immer ein gewichtiges Wort bei SAP mitzureden hat, bereits in ein Institut für Software-Systemtechnik. Weitere Millionenbeträge gingen an deutsche und südafrikanische Universitäten. Bildungsprojekte können sich bereits jetzt auf weitere Großspenden freuen.