Frankfurt/Wien. Die Flaute auf Europas Automarkt nimmt kein Ende. Den 18. Monat in Folge fielen im März die Neuzulassungen in der Europäischen Union, wie der Herstellerverband ACEA am Mittwoch mitteilte. Zwischen Jänner und März 2013 wurden knapp drei Millionen Neuwagen in der EU verkauft - fast 10 Prozent weniger als im Vorjahrszeitraum. Ein Ende der Abwärtsspirale ist nicht in Sicht: "2013 droht einen neuen Negativrekord aufzustellen und sich zu einem Horrorjahr zu entwickeln", analysiert die Unternehmensberatung Ernst & Young. 2012 war schon das schlechteste Autojahr seit 1995.

Einziger Lichtblick für die Autobauer war zuletzt Großbritannien; hier stiegen die Neuzulassungen im März um knapp 6 Prozent. Die anderen großen Märkte - Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien - meldeten hingegen jeweils zweistellige Rückgänge.

In Deutschland schrumpften die Verkaufszahlen um mehr als 17 Prozent, auch in Österreich war ein Rückgang um gut 18 Prozent registriert worden. Die Wirklichkeit sei gerade in diesen beiden Ländern noch dramatischer, meinen Experten, weil im Zug von Rabattschlachten die Statistiken durch Eigenzulassungen künstlich aufgebläht werden.

Der Schrumpfkurs auf Europas Automärkten trifft fast alle Hersteller. Volkswagen, mit einem Marktanteil von 23,7 Prozent unangefochtener Platzhirsch in der EU, verbuchte im März ein Minus von neun Prozent. Die Kernmarke der Wolfsburger musste damit den ersten Absatzrückgang seit Dezember 2009 verbuchen, dem Gesamtkonzern rettete letztlich nur die neu eingegliederte Sportwagenmarke Porsche noch ein marginales Absatzplus.

Toyota mit Hybrid-Boom


Gegen den Marktrend zulegen konnte dagegen Japans Toyota-Konzern mit mehreren neuen Hybridmodellen: Deren Absatz in Europa legte im ersten Quartal um gleich 80 Prozent gegenüber 2012 zu. Insgesamt verkaufte Toyota zuletzt binnen Jahresfrist erstmals mehr als eine Million Hybrid-Autos weltweit. In Österreich meldete Toyota-Importeur Frey nach dem ersten Quartal ein Gesamt-Absatzplus von mehr als 30 Prozent - bei einem Hybridanteil von fast 40 Prozent.