In Asien wird es der Studie zufolge in fünf Jahren so viel Reichtum geben wie nirgendwo sonst auf der Welt. Die Privatvermögen der Region Asien-Pazifik (ohne Japan) dürften bis 2017 auf 48,1 Billionen Dollar klettern und damit das Niveau in Nordamerika übertreffen. - © reuters
In Asien wird es der Studie zufolge in fünf Jahren so viel Reichtum geben wie nirgendwo sonst auf der Welt. Die Privatvermögen der Region Asien-Pazifik (ohne Japan) dürften bis 2017 auf 48,1 Billionen Dollar klettern und damit das Niveau in Nordamerika übertreffen. - © reuters

Washington. (wak) Die Krise ist noch nicht vorüber, das Vertrauen ist noch nicht zurückgekehrt, die Kreditvergabe ist noch im Stocken. Zumindest in Europa und in den USA sind die Aussichten weiterhin nicht besonders rosig. Und doch: Die Welt wird reicher. Zumindest, wenn man sich ansieht, was Privatanleger auf der hohen Kante haben.

Die globalen Vermögenswerte, die in Bargeld, Aktien, Wertpapieren, Fonds, Lebensversicherungen und Pensionsfonds angelegt worden sind, stiegen 2012 um fast acht Prozent (7,8 Prozent) auf 135,5 Billionen US-Dollar. Damit fiel der Zuwachs höher als in den Vorjahren mit einem Plus von 3,6 Prozent (2011) und 7,3 Prozent (2010) aus. Das ergab der Global Wealth Report, den die Boston Consulting Gruppe zum dreizehnten Mal in Folge erstellt hat. Vermögenswerte wie Gold oder Immobilien wurden in der Studie nicht berücksichtigt.

In Nordamerika wuchs das Privatvermögen um 7,8 Prozent auf 43,3 Billionen US-Dollar, in Westeuropa um 5,2 Prozent auf 35,8 Billionen und in Japan um 2,4 Prozent auf 17,2 Billionen. In diesen Ländern wäre vor allem die "Erholung der Aktienmärkte" in der zweiten Jahreshälfte ursächlich für den starken Anstieg des Vermögens. Der MSCI-World Index (der Aktien aus 24 Industrieländern zusammenfasst) hat etwa im Laufe des Jahres 2012 um rund 12 Prozent zugelegt, der Euro Stoxx um rund 11 Prozent. Experten zufolge ist dieses Momentum an den Aktienmärkten aber das Aufbauen der nächsten großen Blase. Das Kalkül: Geld wird in den USA, in Japan und in der Eurozone fast zum Nullkosten-Preis gedruckt. Doch die Inflation, berechnet am Waren- und Güterkorb, geht kaum in die Höhe. Irgendwo muss das Geld also hingehen. Und das zinsenfreie Geld lockert die Risikoaversion von Investoren. In den USA war etwa der Aktienmarkt zu Wochenmitte in Aufruhr, als die Wirtschaftsdaten erwartet wurden. Die Veröffentlichung sorgte für Aufatmen: Die Wirtschaft habe sich nicht so stark verbessert, als dass die Notenbank die Zinsen anheben würde. Das Resultat: Die Aktienkurse kletterten wieder hinauf.

USA Spitzenreiter, Asien auf der Überholspur


Die meisten Millionärshaushalte befinden sich in den USA (5,9 Millionen), gefolgt von Japan (1,5 Millionen) und China (1,3 Millionen). Österreich liegt mit 34.000 Dollar-Millionären auf dem weltweit 34. Platz der untersuchten 63 Länder. Deutschland liegt auf Platz sieben. Die höchste Millionärsdichte gibt es in Katar.

Boston Consulting glaubt, dass sich China noch heuer vor Japan auf den zweiten Platz schieben wird. Denn in den Schwellenländern ist der Vermögenszuwachs nicht nur auf die Aktienmärkte zurückzuführen, sondern auch auf das Wachstum der Realwirtschaften und die steigenden Sparquoten. 2012 führte das zu einem zweistelligen Wachstum an Vermögen in Asien (exklusive Japan), Osteuropa und Lateinamerika. In den kommenden fünf Jahren werden diese Märkte für rund 70 Prozent des globalen Wachstums der Vermögenswerte verantwortlich sein.

Offshore-Vermögenswerte - die in Ländern angelegt sind, in denen der Eigentümer keinen Wohnsitz hat - nahmen 2012 um 6,1 Prozent zu und erreichen jetzt 8,5 Billionen Dollar. 2,7 Billionen kamen davon aus Westeuropa. "Manche dieser Vermögenswerte wurden zuvor von Westeuropäern repatriiert, flossen aber zum Teil wieder zurück", heißt es in der Studie. Geografisch bleiben die meisten Vermögenswerte in Europa: 2,2 Billionen der Offshore-Vermögenswerte sind in der Schweiz gebunkert, in Dublin und auf den Kanalinseln sind es immerhin 1,1 Billionen.