• vom 13.06.2013, 17:48 Uhr

International

Update: 13.06.2013, 18:53 Uhr

Kurseinbruch

"Abenomics" kommt ins Wanken




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ-Korrespondentin Sonja Blaschke

  • An Tokios Börse brechen die Kurse ein
  • Der frühere Optimismus der Investoren schlägt in Enttäuschung um.

Regierungschef Shinzo Abe wollte mit einer Geldschwemme Japans Wirtschaft ankurbeln. Doch der Ausblick verdüstert sich .

Regierungschef Shinzo Abe wollte mit einer Geldschwemme Japans Wirtschaft ankurbeln. Doch der Ausblick verdüstert sich .© reu Regierungschef Shinzo Abe wollte mit einer Geldschwemme Japans Wirtschaft ankurbeln. Doch der Ausblick verdüstert sich .© reu

Tokio. Bei den japanischen Wertpapierhändlern wollten nach dem zweitstärksten Kurseinbruch dieses Jahres an der Tokioter Börse die Telefone nicht mehr stillstehen. Besorgte Anleger erkundigten sich, wie viel Geld sie verloren hatten. Denn der Nikkei-Index war den dritten Tag in Folge abgestürzt, am Donnerstag um 843,94 Punkte auf 12.445,38 Punkte. Dem voraus gingen ein Wertverlust des Dollars zum Yen und Verluste an der Wall Street in der Nacht zuvor, die sich auf Aktienmärkte nicht nur in Tokio, sondern auch in Shanghai, Hongkong und auf den Philippinen auswirkten. Bemerkungen von US-Zentralbankchef Ben Bernanke werden als ein Auslöser des letzten Kursabsturzes gesehen. Er deutete die Möglichkeit an, dass die USA bald ihre lockere Geldpolitik wieder reduzieren würden. Rechtzeitig zuvor wollten Investoren noch einmal Gewinne mitnehmen und verkauften ihre Aktien.


Während die Regenzeit Tokio dieser Tage in ein deprimierendes Grau hüllt, dürften sich die Mienen mancher Passanten, die am Donnerstag an den Kurstafeln der Börse im Tokioter Finanzdistrikt im Chuo-Bezirk unter ihre Schirme geduckt vorbeigingen, angesichts des Kurssturzes noch einmal mehr verdüstert haben. Inzwischen mehren sich auch in Japan, wo die Medien seit einem halben Jahr fast ausnahmslos die "Abenomics" genannte Wirtschaftspolitik von Premierminister Shinzo Abe hochjubeln, besorgte Stimmen. Der Aktienmarktindex erreichte am Donnerstag seinen niedrigsten Stand seit dem 3. April. Damals hatte die Bank of Japan (BoJ) am Tag danach angekündigt, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.



Bereits vor kurzem war ein Schreck durch die Börsianer gefahren: Nach dem Höchststand am 22. Mai mit 15.942,60 Punkten war der Nikkei Index schon gleich am nächsten Tag um über 1100 Punkte abgesackt.

Japan galt im ersten Quartal des Jahres noch als guter Tipp unter ausländischen Investoren. Der Markt wollte nach zwanzig trüben Jahren an die von Abe skizzierte Erfolgsgeschichte glauben. Anfangserfolge, wie der schnell abwertende Yen, der im Vergleich zu vor einem halben Jahr rund 25 Prozent seines Wertes zum Euro verlor, sowie steigende Aktienkurse schienen für seine Politik zu sprechen. Sie besteht aus drei Elementen, in Japan "drei Pfeile" getauft: eine Verdoppelung des jährlichen Inflationsziels auf zwei Prozent, ein dickes Investitionspaket des Staates, vor allem in Bau- und Infrastrukturprojekte, und ein "Wachstumsprogramm", das etwa die Lockerung des stark regulierten Arbeitsmarktes vorsieht. Die Volkswirtschaft der ostasiatischen Inselnation schaffte im ersten Quartal ein Wachstum von 1,0 Prozent; Deutschland kam auf 0,1 Prozent, die USA auf 0,6 Prozent.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-06-13 17:53:05
Letzte Änderung am 2013-06-13 18:53:34


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Harter Kampf in der Mobilbranche
  2. Das Ende des Kaufrausches
  3. Wie wir in Zukunft bezahlen können sollen
  4. Ministervorstoß für Tourismuszonen
  5. "Haben keine Willkommenskultur"
Meistkommentiert
  1. Am Konjunkturhimmel ziehen mehr Wolken auf
  2. Strabags Prestige-Projekt kurz vor dem Aus
  3. Weniger Förderung treibt den Preis nach oben
  4. Erneut keine Einigung bei Handels-KV
  5. Österreichs Wachstum ließ doch etwas stärker nach

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung