Die OECD sieht einen ökonomische Mehrwert der Migration. - © ThorstenSchmitt - Fotolia.com
Die OECD sieht einen ökonomische Mehrwert der Migration. - © ThorstenSchmitt - Fotolia.com

Brüssel/Wien. (czar/sei/apa) Einwanderer als Belastung für die Sozialsysteme: Derartige Klagen entbehren jeder Grundlage. Migranten tragen nämlich durch Steuern und Sozialabgaben mehr zu den Budgets der jeweiligen Gastländer bei, als sie an staatlicher Unterstützung daraus bekommen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Diese hat in ihrem neuesten Migrationsausblick nun auch die fiskalischen Folgen von Einwanderung untersucht.

"Migranten tragen positiv zur Haushaltsentwicklung bei - und im schlimmsten Fall gibt es keine Auswirkungen", betonte denn auch OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría bei der Präsentation des Berichts. Zwar seien Einwanderer von steigenden Arbeitslosenquoten stärker betroffen als Inländer. Doch auch wenn sie nun auf staatliche Hilfe angewiesen seien, hätten sie zuvor jahrelang in die Sozialsysteme eingezahlt. "Sie haben sich verdient, was sie bekommen", sagt Gurría.

OECD rät zum Abbau von Barrieren am Arbeitsmarkt

Die Studie belegt dies mit Zahlen. Die Beiträge der Migranten nach Abzug von Sozialleistungen ergeben noch immer ein Plus, das heißt, die meisten Staaten profitieren davon: Die Migrantenhaushalte sind Nettozahler, sie zahlen mehr Steuern als sie vom Staat etwa an Sozialleistungen bekommen. Im OECD-Schnitt waren das zwischen 2007 und 2009 rund 3200 Euro, die Zuwandererhaushalte jährlich zur Staatskasse beisteuerten. In Österreich waren es 2400 Euro.

Anders als für die Masse der OECD-Länder erhöhten sich diese Nettozahlungen der Migrantenhaushalte in Österreich während der Krise - und zwar wesentlich stärker als jene der im Land Geborenen. Ein Grund dafür dürfte die positive Erwerbsentwicklung unter den Zuwanderern sein: Ihre Beschäftigungsquote stieg von 2008 bis 2012 um 1,5 Prozentpunkte. Die weite Mehrzahl der anderen OECD-Länder hingegen erfährt seit 2008 teilweise erhebliche Rückschläge bei der Arbeitsmarktintegration von Migranten.

Die OECD-Experten raten, die Hürden auf dem Arbeitsmarkt für Ausländer zu beseitigen. Der "ökonomische Mehrwert" wäre in diesem Fall noch höher: Allein eine bessere Integration hochqualifizierter Migranten könnte die Nettoeinnahmen des österreichischen Staates um eine geschätzte halbe Milliarde Euro steigern.