Geht das nicht schneller? Wer nach Münzen kramt, riskiert den Unmut der anderen Kunden. - © Foto: fotolia
Geht das nicht schneller? Wer nach Münzen kramt, riskiert den Unmut der anderen Kunden. - © Foto: fotolia

Wien. Wer ärgert sich nicht über Supermarktkunden in der Schlange, die Münze für Münze aus ihrer Geldbörse kramen und damit andere Wartende aufhalten? Kontaktlos zu zahlen ist dagegen in weniger als einer Sekunde erledigt. Weil neu ausgegebene Bankomat- und Kreditkarten mit dem NFC-Funkchip ausgestattet sind, rüsten nun Händler und Systemgastronomen ihre Lesegeräte auf. 70 Prozent der großen Händler wollen in innovative Bezahlverfahren wie NFC (Near Field Communication) investieren, wie eine Studie des Kölner EHI Retail Institute ergeben hat. Auch in das Bezahlen mit Smartphone kommt Bewegung.

Praktisch an der neuen Bezahlvariante ist vor allem, dass für Transaktionen bis 25 Euro weder Unterschrift noch PIN-Code nötig sind. Bankomat-, Kredit- und Quick-Wertkarten mit NFC-Funktion müssen nur an das Lesegerät gehalten werden (siehe Kasten). "Gerade im Convenience-Bereich und überall da, wo es besonders rasch gehen soll, ist die sekundenschnelle Kontaktlos-Abwicklung ein Riesenvorteil", sagt Peter Neubauer, Vorsitzender der Geschäftsführung beim Kartenanbieter Paylife.

Handy ersetzt die Geldbörse

Der Salzburger Einzelhändler Spar hat in allen Filialen seine Kartenlesegeräte umgestellt, sodass sie die Funk-Technologie unterstützen. "NFC-Bezahlung bringt unseren Kunden mehr Bequemlichkeit und weniger Wartezeit an den Kassen", sagt Hans K. Reisch, Spar-Vorstandsvorsitzender für Finanzen. Der Vorgang verkürze sich gegenüber herkömmlicher Karten- oder Bargeldzahlung von 20 auf 5 Sekunden.

Konkurrent Rewe bietet in den 260 Wiener Billa-Filialen Kontaktlos-Zahlung mit Bankomat-, Kredit- oder Quick-Wertkarte an. Die Terminals in den Merkur Märkten werden ab 2014 umgestellt, kündigt Rewe-Sprecherin Ines Schurin an. Auch in einigen Filialen des Diskonters Hofer und in Nordsee-Restaurants kann ohne Code bezahlt werden. Zielpunkt hat bereits im November 2011 die Lesegeräte umgestellt, mittlerweile wird die neue Technologie in allen knapp 280 Filialen angeboten.

Zu den Pionieren des Kontaktlos-Bezahlens zählt Mpreis. Beim Tiroler Lebensmittelhändler ist neben der Kartenzahlung per Funk auch Handy-Zahlung möglich - allerdings nur für Kunden der Hypo Tirol. Nach Öffnen der Smartphone-App "Secure Shopping" muss ein PIN-Code eingegeben werden, am Handydisplay erscheint ein Strichcode. Mit dem Scannen des Codes wird der Bezahlvorgang ausgelöst und der Betrag direkt vom Girokonto abgebucht. "Die App stellt den Bezahlcode zur Verfügung, die sensiblen Daten bleiben aber im Rechenzentrum der Bank", betont Michael Suitner, Geschäftsführer des Innsbrucker Entwicklers Secure Payment Technologies. Im Herbst dieses Jahres startet die "Secure Shopping"-App mit neuen Partnern österreichweit.