Essen/Düsseldorf. (leg/reuters) ThyssenKrupp baut auf die Hilfe von Finanzinvestoren: Nachdem in diesem Jahr bereits mit Blackrock und Franklin Mutual zwei US-Fonds beim angeschlagenen Stahlunternehmen an Bord gegangen sind, gab am Mittwoch der schwedische Investor Cevian Capital seinen Einstieg als Großaktionär bei dem deutschen Konzern bekannt. Die Schweden haben sich 5,2 Prozent der Stimmrechte gesichert. Eine Cevian-Sprecherin schloss zudem eine weitere Aufstockung des Anteils nicht aus.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger streute seinem neuen Partner Rosen: "Mit Cevian Capital als neuem Investor gewinnen wir einen renommierten europäischen Großaktionär, der auch in Deutschland über umfangreiche industrielle Erfahrung verfügt". Bei ThyssenKrupp laufen derzeit Vorbereitungen auf eine Kapitalerhöhung, weshalb der Einstieg von Investoren hochwillkommen ist. Hiesinger hatte ursprünglich geplant, die Kapitalerhöhung erst nach dem Verkauf der defizitären Thyssen-Stahlwerke in Übersee durchzuziehen, doch die Veräußerung der Werke in Brasilien und den USA lässt auf sich warten. Cevian gilt als aktiver Investor, der sich ins Konzerngeschehen einmischt mit dem Ziel, den Aktienkurs zu steigern und seine Anteile mit Gewinn wieder zu verkaufen. Der Cevian-Einstieg könnte laut Analysten Spekulationen über eine Zerteilung der Firma befeuern: Denn während das Stahlgeschäft bei ThyssenKrupp kriselt, fährt der Konzern mit Aufzügen satte Gewinne ein.