Wien/Vösendorf/Wals. Der Gründer und heutige Aufsichtsrat der deutschen Drogeriemarkt-Kette dm, Götz Werner, hat sich für einen Mindestlohn in Deutschland ausgesprochen. "Das ist ein wichtiger erster Schritt", sagte Werner zur APA am Rande einer dm-Filialeröffnung in Vösendorf bei Wien.

"Erwerbsarbeit muss etwas wert sein", betonte er. Weiterhin aufrecht ist seine Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen von monatlich rund 1.000 Euro pro Person in Ländern wie Deutschland und Österreich. In Ländern mit geringeren Lebenshaltungskosten müsse das Grundeinkommen entsprechend niedriger ausfallen.

Das Online-Geschäft will Werner weiterhin beobachten. dm beendete im Juli die Kooperation mit dem Online-Portal Amazon, weil sich die Verkaufserwartungen nicht erfüllt hatten. Wenn es die Kunden wünschen, sei man "allzeit bereit" in den Online-Handel einzusteigen.

Große Expansionspläne schmiedet dm laut Werner nicht. Es werde "ein Wachstum auf der bestehenden Fläche" forciert. Eine Expansion in Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien stehe nicht zur Diskussion. Dort gebe es eine andere Einzelhandelskultur und niemand warte dort auf dm. Nach Osteuropa habe man expandiert, weil dort die Handelskultur nach dem Kommunismus "am Boden" war.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2012/13 habe der dm-Gesamtkonzern mit Deutschland, Österreich und Osteuropa seinen Umsatz um 12 Prozent auf 7,6 Mrd. gesteigert, sagte dm-Österreich-Finanzchef Manfred Kühner heute vor Journalisten.