Mittels Barcode-Scan vom Handy-Display können Kunden mit der App Veropay bei Merkur, Hartlauer und Mpreis zahlen. Abgebucht wird der Betrag direkt vom Girokonto. - © Secure Payment Technologies
Mittels Barcode-Scan vom Handy-Display können Kunden mit der App Veropay bei Merkur, Hartlauer und Mpreis zahlen. Abgebucht wird der Betrag direkt vom Girokonto. - © Secure Payment Technologies

Wien. (sf) An einer Lösung zum Bezahlen mit dem Handy wird seit Jahren gebastelt - durchgesetzt hat sich hierzulande bisher jedoch keine. Für die Kunden soll das Zahlen einfacher und schneller werden - als Brieftasche bietet sich das Smartphone an, das viele Österreicher ständig dabei haben. Bei der Entwicklung tobt allerdings ein Machtkampf, weil viele Unternehmen - darunter Mobilfunker, Kreditkartenfirmen, Banken und IT-Firmen - beim Handy-Bezahlen mitverdienen wollen.

Einer der Vorreiter beim Handy-Zahlen ist das Tiroler Start-up Secure Payment Technologies, dessen Smartphone-App (Applikation) Veropay nun österreichweit bei Merkur und Hartlauer startet. "Weitere Händler werden demnächst dazukommen", kündigt Michael Suitner, Gründer und Geschäftsführer von Secure Payment Technologies, an. Beim Tiroler Händler Mpreis konnten Kontoinhaber der Hypo Tirol bereits seit einem Jahr mit dem Handy zahlen, 500 Kunden machten davon Gebrauch. Mit dem österreichweiten Start wurde die App von Secure Shopping in Veropay umbenannt, sie steht nun allen Kontoinhabern von österreichischen Banken offen.

"Keine sensiblen Daten auf dem Handy abgespeichert"

Vor der Nutzung muss der Kunde die App auf sein Smartphone herunterladen und sich online bei Veropay mit seinen Kontodaten anmelden. An der Kassa öffnet der Kunde die App mit einem vierstelligen PIN-Code. Die App generiert einen Barcode, der für vier Minuten gültig ist. Der Bezahlcode wird vom Kassenscanner gelesen und die Zahlung vom Girokonto abgebucht. Pro Tag können maximal 150 Euro abgebucht werden, zehn Transaktionen sind das Limit.

"Es werden keine sensiblen Daten wie Name oder Kontonummer auf dem Handy abgespeichert oder beim Bezahlvorgang mitgeschickt. Wir arbeiten mit anonymen Identifikations- und Transaktionsnummern", versichert Suitner. Nach jeder Transaktion erhält der Nutzer eine E-Mail, die Zahlung scheint als Buchungszeile im Kontoauszug auf. "Unser Ziel ist, Veropay als Zahlungslösung in Europa zu etablieren", sagt Suitner.

Voraussetzung für die Händler sind Scanner, die Handy-Displays ablesen können, und ein Softwareupdate für das Kassensystem. Abgerechnet wird zwischen Bank und Händler, der Händler zahlt wie bei der Bankomatzahlung eine Gebühr an Veropay für die Nutzung des Systems.

Im Gegensatz zur Veropay-App, bei der der Einkaufsbetrag direkt vom Girokonto bei der Bank abgebucht wird, arbeitet die Mobile Wallet Initiative Austria an einer mobilen Geldbörse, die dieselbe Funktionalität wie eine physische Kreditkarte hat. Zahlungsverkehrskarten sollen auf dem Smartphone in eine Applikation (Mobile Wallet) übertragen werden. Ziel ist ein offener, österreichweiter Standard einer mobilen Brieftasche auf Basis der NFC-Technologie (Near Field Communication). Hier muss das Handy wenige Zentimeter an das Kartenlesegerät gehalten werden. Die technische Marktreife ist für 2014 geplant.

Mobile Wallet Initiative arbeitet an Funk-SIM-Karte

Die Zahlung soll dort möglich sein, wo es NFC-fähige Terminals gibt. Das ist dort der Fall, wo bereits mit Bankomat- oder Kreditkarte kontaktlos bezahlt werden kann, also etwa bei Spar oder Zielpunkt. Handys brauchen eine NFC-taugliche SIM-Karte, die von Mobilfunkern herausgegeben werden soll. Die Partner der Initiative stammen aus dem Banken-, Kreditkarten-, Karten-, und IT-Bereich: An Board sind Austria Card, Card Complete, Drei, Erste Bank und Sparkassen, First Data Austria, MasterCard, Nexperts, PayLife Bank, T-Mobile und Visa. Auffällig ist, dass der Mobilfunk-Marktführer A1 nicht an Bord ist. A1 hat ein NFC-Pilotprojekt mit Merkur und McDonald’s Ende 2012 auslaufen lassen, weil kein Mitbewerber mitgezogen hat.