Informationen über Geburt, Familienbeihilfe und Elternkarenz werden am häufigsten auf help.gv.at abgerufen. Die Zugriffe haben sich innerhalb von vier Jahren verdoppelt. - © fotolia
Informationen über Geburt, Familienbeihilfe und Elternkarenz werden am häufigsten auf help.gv.at abgerufen. Die Zugriffe haben sich innerhalb von vier Jahren verdoppelt. - © fotolia

Wien. (sf) Das Bürger-Serviceportal help.gv.at verzeichnet so viele Besucher wie noch nie zuvor: 10,5 Millionen Mal wurde die Plattform der österreichischen Verwaltung heuer bis Anfang November aufgerufen. Damit haben sich die Zugriffszahlen im Vergleich zum Gesamtjahr 2009 mehr als verdoppelt. Legt man die Zahl der Zugriffe auf die Struktur eines Amtes um, so bräuchte man 500 rund um die Uhr geöffnete Schalter, um das zu erreichen, heißt es von help.gv.at.

"In der Fülle der Informationen im Internet bietet help.gv eine sichere und verlässliche Quelle, die der aktuellen Rechtslage entspricht", sagt Barbara Auracher-Jäger, juristische Chefredakteurin von help.gv.at. Das Serviceportal ist nach Lebenssituationen geordnet und informiert über Behördenwege und Recht in allgemein verständlicher Sprache. Im Jahr 1997 wurde mit sechs Lebenssituationen gestartet, nun können bereits mehr als 180 Lebenslagen abgerufen werden - wobei das Thema Geburt nach wie vor am gefragtesten ist. Informiert wird hier über Themen von Mutterschutz über Wochen- und Kinderbetreuungsgeld, Familienbeihilfe und Staatsbürgerschaftsnachweis bis hin zu Elternkarenz und -teilzeit, zudem stehen alle nötigen Formulare zum Download bereit.

Barbara Auracher-Jäger ist juristische Chefredakteurin des Webportals help.gv.at. - © help.gv.at
Barbara Auracher-Jäger ist juristische Chefredakteurin des Webportals help.gv.at. - © help.gv.at

Am zweithäufigsten abgerufen wird das Thema Kfz, gefolgt von Erbschaftsfragen, Führerschein, Pension, Aufenthalt und Visum, Wohnen und familienrechtlichen Angelegenheiten. Auch Informationen zu Pflegevorsorge und Reisepass sind gefragt.

Von Wahlkarten-Bestellung bis zu Rasenmäh-Zeiten

Allein zum Thema Wahlen wurde help.gv.at heuer - im Vorfeld der Landtags- und Nationalratswahlen - mehr als 300.000 Mal besucht, vor allem um Wahlkarten zu bestellen. Jedes Jahr im Jänner interessiert das Thema Arbeitnehmerveranlagung die Österreicher besonders. Derzeit besteht viel Informationsbedarf zur Umstellung von Kontonummer und Bankleitzahl auf IBAN und BIC, die ab dem 1. Februar 2014 bei Geldüberweisungen verwendet werden müssen.

Im vergangenen Sommer informierten sich viele Nutzer über die Zeiten, wann in einzelnen Gemeinden das Rasenmähen am Wochenende erlaubt ist. Diese Informationen wurden vom zehnköpfigen Team von help.gv österreichweit bei allen Gemeinden erfragt. Die Situation "Leben in der Gemeinde" mit Informationen zu Schneeräumung und Vorschriften für Hundehalter soll künftig ausgebaut werden, verspricht Auracher-Jäger.

Zudem sind seit einem Jahr auf dem Internetportal auch Lebenssituationen abrufbar, die mit dem Strafrecht in Zusammenhang stehen, etwa: "Ich erhalte eine Ladung als Zeuge", "Ich werde Laienrichter" oder "Ich werde verhaftet".

Wichtigste Änderungen für 2014 werden veröffentlicht

"Wir screenen ununterbrochen Gesetze und Verordnungen und reagieren sofort auf Änderungen, wie zuletzt bei der Erhöhung der Gerichtsgebühren mit Oktober", sagt die Chefredakteurin des Online-Amtshelfers, der vom Bundeskanzleramt gemeinsam mit der "Wiener Zeitung" betrieben wird. In Abstimmung mit den Ministerien werden die Inhalte erarbeitet. Derzeit bereiten die Juristen beispielsweise Informationen rund um die Verwaltungsgerichte neu auf, weil sich hier durch die Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit mit Anfang 2014 einiges ändert. So werden bei der Auflösung der Datenschutzkommission deren Agenden in das Bundesverwaltungsgericht integriert.

Unter dem Titel "Was ist neu 2014" werden Anfang Dezember die wichtigsten gesetzlichen Änderungen für das neue Jahr auf der Website veröffentlicht. "Österreich nimmt mit help.gv eine Vorreiterrolle in Europa ein", sagt Auracher-Jäger.