Wien. Der Großteil der heimischen Lebensmittel- und Kosmetikhersteller ist sich der ökologischen und sozialen Probleme bei der Palmölproduktion nicht bewusst, kritisiert der WWF: Fast die Hälfte der 38 befragten Unternehmen verweigert eine Aussage zu ihrer Einkaufspolitik.

Erst zwei Prozent beziehen zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl nach den Kriterien des "Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl" (RSPO). Gut abgeschnitten haben Manner, Wojnar und der Tiefkühlprodukthersteller 11er Nahrungsmittel mit elf von zwölf möglichen Punkten.

"Egal ob Pizza, Margarine, Waschmittel oder Lippenstift, in fast jedem zweiten Produkt aus dem Supermarktregal versteckt sich Palmöl oder Palmkernöl, das vor allem auf Plantagen in den tropischen Regenwaldregionen Südostasiens angebaut wird", warnt Friederike Klein vom WWF Österreich. Zudem ziehen viele Firmen Palmöl-Zertifikate dem physisch zertifizierten Palmöl vor, sodass das Endprodukt kein physisch zertifiziertes Palmöl enthält. Klein: "Ziel muss sein, dass alle Firmen bis spätestens 2015 zu 100 Prozent auf physisch zertifiziertes Palmöl umstellen."