Washington. Die US-Notenbank hat sich beim Drosseln ihrer Konjunkturhilfen mit Blick auf die Marktreaktionen bewusst für einen behutsamen Weg entschlossen. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Zinssitzung vom Dezember hervorgeht, gab es einzelne Forderungen aus dem Kreis der Notenbanker nach einem stärkeren Abbau der Geldspritzen und einem früheren Ausstieg aus dem Programm.

Zugleich hatte sich ein Mitglied gegen eine Drosselung gestemmt. Viele Teilnehmer hätten sich aber dafür ausgesprochen, einen Mittelweg zu wählen, um die Märkte nicht zu verschrecken. Sie wollten damit verhindern, dass die Verringerung "als Signal fehlinterpretiert" würde, dass die Fed eine frühere Abkehr von der konjunkturstimulierenden Geldpolitik plane als bisher angenommen.

Im Dezember hatte die Fed auf die Erholung am Arbeitsmarkt überraschend mit einer Kürzung ihrer Ankäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren reagiert. Seit Jahresbeginn 2014 wurde das monatliche Ankaufvolumen um zehn auf 75 Milliarden Dollar gedrosselt. Wie das Protokoll ("Minutes") zeigt, sahen die Notenbanker den Nutzen der Käufe schwinden. Das Tempo beim Schließen der Geldschleusen könnte in den kommenden Monaten durchaus forciert werden. Denn die Fed ist den "Minutes" zufolge zuversichtlich, dass die Erholung am Arbeitsmarkt weiter Fahrt aufnimmt.

"Noch geraume Zeit" Nullzinspolitik

Die Nullzinspolitik soll jedoch "noch geraume Zeit" beibehalten werden, auch wenn die von der Notenbank angepeilte Marke einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent erreicht wird. Wie aus den Protokollen hervorgeht, wurde im Führungszirkel der Notenbank auch erwogen, den Schwellenwert auf 6,0 Prozent abzusenken. Der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss habe sich jedoch dagegen entschieden - auch, um die Zinspolitik nicht zu stark an die Entwicklung am Arbeitsmarkt zu koppeln. Die Fed hat ein Mandat zur Wahrung der Preisstabilität und zur Förderung von Vollbeschäftigung, von der die USA bei einer Arbeitslosenrate von 7,0 Prozent aber noch weit entfernt sind.

Die Fed-Sitzung, deren Protokolle nun veröffentlicht wurden, fand in den letzten Wochen Ben Bernankes als Fed-Chef statt. Bernanke soll das Amt zum 1. Februar an seine Nachfolgerin Janet Yellen abgeben.