Ein Ende der Preisschlacht unter Fitnesscentern scheint nicht in Sicht, wie ein Branchenradar von Kreutzer Fischer & Partner ergeben hat. Die Schere zwischen Diskontanbietern (wie FitInn und McFit) und dem Premium-Segment (Manhattan, John Harris) geht immer weiter auseinander. Das schlägt sich in den Preisen nieder: Der Jahresumsatz pro Mitglied beträgt laut Erhebung zwischen 182 und 1393 Euro. Der Umsatz der Fitnessstudios sinkt seit Jahren, obwohl die Zahl der Mitglieder auf zuletzt 489.000 gewachsen ist.

Fitnessstudios spezialisieren sich zunehmend, beobachtet Kreutzer: "Ein Problem bekommen mittelpreisige Anbieter, die Kraft- und Konditionstraining für Männer und Frauen anbieten. Diese haben weder das Image von Premium-Fitnessstudios noch die Preisstruktur von günstigeren Konkurrenten." Besonders im urbanen Bereich werde es für Fitnesscenter eng, das treffe auch Anbieter wie den Wiener Club Danube. Während Umsatz-Marktführer Injoy auf gesundheitsorientiertes Muskeltraining setzt, bietet Mrs. Sporty 30-minütige Übungseinheiten, und Kieser fokussiert sich auf Krafttraining.

Vertragsklauseln vorab genau prüfen

Konsumentenschützer raten, vor Vertragsabschluss ein unverbindliches Schnuppertraining zu vereinbaren. "Beim Erstbesuch sollte man sich nicht zu einem Jahresvertrag überreden lassen, sondern sich diesen Vertragsabschluss gut überlegen. Bei vielen ist es mit der Motivation im Sommer vorbei, und der Vertrag läuft weiter", sagt Eva Schreiber von der Arbeiterkammer Burgenland. Wegen eines Preisnachlasses in Höhe von 30 bis 50 Euro werden häufig gleich langfristige teure Verträge abgeschlossen. Es passiere immer wieder, dass Konsumenten beim ersten Besuch glauben, sie unterschreiben eine Versicherungserklärung, doch in Wahrheit ist es ein Jahresvertrag. Wer im Fitnessstudio unterschreibt, hat kein Rücktrittsrecht, betont Schreiber. Eine Kopie des Vertrags sollte man mitnehmen.

Ein Ausstieg vor der Mindestlaufzeit oder eine Stilllegung des Vertrags wegen Umzug, Krankheit oder Zahlungsschwierigkeiten ist oft nicht vorgesehen - außer, das Unternehmen bietet eine Kulanzlösung an. Vereinbarungen wie eine Vertragsauflösung bei Wohnortwechsel oder Erkrankung sollte man daher unbedingt schriftlich im Vertrag festhalten. "Sonst kommt es oft zu furchtbaren Streitereien", sagt Schreiber.

Besonders aufpassen heißt es bei den Kündigungsklauseln, die häufig für Probleme sorgen. Eine Vertragsbindung von 24 oder 36 Monaten ohne Kündigungsmöglichkeit sei unangemessen lange und stelle damit einen Verstoß gegen das Konsumentenschutzgesetz dar, wie der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigt hat. Selbst ein Preisvorteil, etwa niedrigere Mitgliedsbeiträge, rechtfertigen diese lange Bindungsdauer laut Höchstgericht nicht.