New York. Pfizer zieht im Ringen um einen Zusammenschluss mit dem britischen Rivalen AstraZeneca auch eine feindliche Übernahme in Erwägung. "Jede denkbare Möglichkeit wäre eine Option", sagte der Finanzchef des US-Konzerns, Frank D'Amelio, am Montag in einem Telefoninterview der Nachrichtenagentur Reuters.

Er reagierte damit auf die Frage, ob die Amerikaner ihr Anliegen vor Ablauf der offiziellen Gebotsfrist am 26. Mai den AstraZeneca-Aktionären auch direkt vorbringen könnten. Schwierigkeiten bei einer Integration beider Unternehmen nach einer möglicherweise feindlichen Übernahme sieht Pfizer-Chef Ian Read nach eigenen Worten nicht. Dies würde den Prozess nur verzögern, sagte er Reuters.

Größte Übernahme

Bisher hatte Pfizer eine feindliche Übernahme nach eigenen Angaben nicht angestrebt. Diese dauern in der Regel länger, sind oft teurer und bringen mehr Risiken mit sich, weil die Bücher nicht einsehbar sind. Doch der Viagra-Hersteller stößt mit seinen Plänen für die größte Übernahme in der Geschichte der Pharma-Branche auf erbitterten Widerstand.

Am Freitag hatte AstraZeneca auch eine auf 106 Milliarden Dollar aufgestockte Pfizer-Offerte abgelehnt. Sie sei unangemessen, betonte das AstraZeneca-Management. Es gebe weiterhin keine Basis für Gespräche. Experten gehen dennoch davon aus, dass Pfizer am Ende noch zum Zuge kommen könnte. Allerdings setzen schrumpfende Geschäfte den US-Branchenprimus mitten im Übernahmepoker unter Druck.