Heilkräuter spielen in der TCM eine große Rolle. - © photobee/fotolia
Heilkräuter spielen in der TCM eine große Rolle. - © photobee/fotolia

Wien. Der Oberste Gerichtshofes (OGH) hat entschieden, dass die gesetzliche Krankenversicherung nicht verpflichtet ist, die Kosten einer chinesische Kräutertherapie zu ersetzen. Begründet wurde dies damit, dass diese Behandlungsmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wissenschaftlich nicht anerkannt ist und Erfolg versprechende schulmedizinische Alternativen vorhanden gewesen seien.

Vorrang für Schulmedizin

Der OGH wies damit die außerordentliche Revision der Klägerin zurück, die ihrer Tochter nach einer erfolglosen Behandlung mit einer von einer Hautärztin verordneten Salbe zum TCM-Spezialisten in London schickte. "Nach den Feststellungen trat durch diese Kräutertherapie eine erhebliche Verbesserung des Krankheitsbildes ein", hieß es in der OGH-Aussendung. Die Frau wollte von der Gebietskrankenkasse die Behandlungskosten inklusive Flug- und Hotelkosten in der Höhe von insgesamt 4124,28 Euro zurück.

Während das Erstgericht dem Klagebegehren stattgab, wies das Berufungsgericht dieses nun ab. Bei der Begründung wurde darauf verwiesen, dass laut Paragraph 133 Abs 2 ASVG grundsätzlich ein Vorrang der wissenschaftlich anerkannten schulmedizinischen Behandlungsmethoden bestehe. Der OGH stellte dabei fest, dass in dem vorliegenden Fall einer Weißfleckenerkrankung (Vitiligo) diese Methoden vorhanden gewesen wären. "Daran könne auch der Umstand, dass die von der Klägerin konsultierten Ärzte eine entsprechende schulmedizinische Behandlung nicht empfohlen haben, nichts ändern", hieß es in der Begründung.