Paris. Die Regierung in Paris hat wegen der drohenden US-Milliardenstrafe für die größte französische Bank BNP Paribas erneut mit Auswirkungen auf die transatlantischen Freihandelsgespräche gedroht. Man müsse zwar die Unabhängigkeit der jeweiligen Justiz anerkennen, sagte Finanzminister Michel Sapin der Zeitung "Le Monde".

"Aber wir sind auch Partner in einem Vertrauensverhältnis." Dieses Vertrauen dürfe nicht verletzt werden. Sapin warnte zudem: Das könne sich auch auf die Gespräche über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA auswirken. Präsident Francois Hollande sprach von möglichen Konsequenzen für die Wirtschaft und die Finanzbranche in der gesamten Eurozone.

Geldüberweisungen

US-Behörden werfen BNP vor, amerikanische Sanktionen gegen Länder wie den Iran, Syrien oder den Sudan mit Geldüberweisungen verletzt zu haben. Insidern zufolge soll das größte französische Institut 10 Mrd. Dollar (7,3 Mrd. Euro) zahlen. Hollande wird den Streit wohl auch bei einem Abendessen mit seinem Kollegen Barack Obama am Donnerstag ansprechen.

Rückendeckung erhält Frankreich auch von Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Die US-Strafen für europäische Banken seien viel zu hoch und unverhältnismäßig, sagte der niederländische Politiker auf einer Konferenz des internationalen Bankenverbandes IIF in London. Auch andere Geldhäuser wie die Deutsche Bank werden wegen einer mutmaßlichen Verletzung von Sanktionen überprüft. Gegen mehrere Institute wurden bereits Strafen verhängt, darunter Standard Chartered aus Großbritannien. Auch im Skandal um Zinsmanipulationen und im Steuerstreit mit Schweizer Banken verhängten die US-Behörden hohe Bußen.