Moskau. Russland hat drei Privatisierungsvorhaben für dieses Jahr abgesagt. Die stellvertretende Finanzministerin Tatjana Nesterenko sagte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur RIA vom Montag, angesichts der ungewissen Erlösaussichten würden Rostelekom, die Reederei Sowkomflot und der Seehafens Noworossiisk 2014 nicht mehr privatisiert.

Die Regierung hatte angestrebt, aus den Verkäufen in diesem Jahr 200 Mrd. Rubel (4,2 Mrd. Euro) einzunehmen. Es sei zu erwarten, dass aber höchstens 170,8 Mrd. Rubel erlöst werden könnten, sagte Nesterenko.

Am Rande einer Rezession

Die Ukraine-Krise und die vom Westen verhängten Sanktionen haben deutliche Spuren in der russischen Wirtschaft hinterlassen. Russland steht am Rande einer Rezession. Im ersten Quartal schrumpfte die Wirtschaft um 0,5 Prozent. Der RTS-Aktienindex hat auf Jahressicht rund fünf Prozent an Wert verloren, der Rubel 4,3 Prozent.

Auf der Privatisierungsliste der staatlichen Beteiligungsagentur stehen unter anderem auch die Fluggesellschaft Aeroflot und der Ölkonzern Rosneft, bei dem sich aber Konzernchef Igor Setschin gegen einen Verkauf sperrt.