Seattle/Frankfurt. Wenige Monate nach der Übernahme des finnischen Handy-Herstellers Nokia steht Microsoft wohl vor dem größten Jobabbau in seiner fast 40-jährigen Konzerngeschichte.
Der US-Technologiekonzern Microsoft streicht binnen eines Jahres weltweit 18.000 Stellen. Der Schritt sei Teil eines "Restrukturierungsplans", durch den die kürzlich von Nokia übernommene Handy- und Tabletsparte in den Konzern eingegliedert werden solle, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Mit der Kündigung von 14 Prozent der Mitarbeiter gab der Software-Riese damit die bisher größten Einschnitte seit seiner Gründung bekannt. Firmenchef Satya Nadella nannte die Zahl von 18.000 Kündigungen am Donnerstag in einer Mitteilung an die Beschäftigten.

Der Großteil der Jobverluste geht auf die Eingliederung des zugekauften finnischen Handyherstellers Nokia zurück, was alleine 12.500 Stellen ausmacht. Die meisten der betroffenen Mitarbeiter sollen binnen sechs Monaten informiert werden.

Nadella versprach Abfertigungen und Hilfe bei der Suche nach neuen Jobs. Die Gesamtkosten für den Abbau bezifferte Microsoft auf 1,1 bis 1,6 Mrd. Dollar (812,9 bis 1,2 Mrd. Euro) vor Steuern, verteilt über die nächsten vier Quartale. Der komplette Jobabbau soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden.

Microsoft Österreich vom Stellenabbau kaum oder gar nicht betroffen
Microsoft Österreich dürfte vom Stellenabbau des US-Technologiekonzerns kaum oder gar nicht betroffenen sein. Auch weil hierzulande kaum Mitarbeiter von Nokia übernommen wurden. Der Stellenabbau, bei dem weltweit 18.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, trifft vor allem Mitarbeiter des finnischen Handyherstellers. Ein Sprecher von Microsoft Österreich wollte sich dazu nicht im Detail äußern.

Microsoft ist nicht der einzige Konzern der Branche, der als Pionier des PC-Zeitalters in der nun vom Internet dominierten Technologiewelt Abstriche beim Personal macht: Auch Hewlett-Packard, IBM, Intel und Cisco bauen zum Teil massiv Stellen ab.