Washington. Der US-Arbeitsmarkt erholte sich zuletzt gut. Dennoch will die US-Notenbank Fed vorerst die auf historischen Tiefständen stehenden Zinsen nicht erhöhen. Die meisten Vorstandsmitglieder wollen noch abwarten, bis sich der Aufschwung gefestigt hat, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Zinssitzung von Ende Juli hervorgeht.

An den Märkten wird erst Mitte nächsten Jahres mit einer Anhebung des historisch niedrigen Zinsniveaus von derzeit 0 bis 0,25 Prozent gerechnet.

Die Zentralbanker räumten ein, dass die Erholung des Arbeitsmarktes stärker als von ihnen erwartet ausgefallen sei. Durch die Verbesserung sei die Lage nun "spürbar näher an dem Zustand", den die Fed als normal ansehe. Sie ist für mittelfristig stabile Preise und die Förderung von Vollbeschäftigung zuständig. Mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 6,2 Prozent ist dieses Ziel aus Sicht der Fed jedoch noch nicht in greifbarer Nähe. Sie sieht die Ressourcen auf dem Jobmarkt derzeit bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Wie aus den Protokoll hervorgeht, erwarten jedoch viele Notenbanker, dass sich diese Einschätzung "schon bald" ändern dürfte.

Die Zinsen beließen die Zentralbanker um Fed-Chefin Janet Yellen dennoch auf niedrigem Niveau. Allerdings wurde das Wertpapierankaufprogramm zum Ankurbeln der Wirtschaft um 10 auf 25 Mrd. Dollar (18,8 Mrd. Euro) gekürzt. Im Oktober soll das Programm auslaufen. Erst dann wird die nach der Finanzkrise auf mehr als 4,5 Billionen Dollar aufgeblähte Bilanz der Fed nicht mehr ausgeweitet.

Wie aus den Protokollen der jüngsten Fed-Sitzung hervorgeht, wollen die Notenbanker nach dem ersten Zinsschritt dazu übergehen, Einnahmen aus fälligen Anleihen nicht mehr in neue Papiere zu investieren oder zumindest das Volumen zu reduzieren. Dann wird die Bilanz allmählich wieder auf Normalmaß schrumpfen - ein Prozess, der laut Yellen bis zu acht Jahre dauern wird.