Düsseldorf. Rene Benko hat bei Karstadt endgültig freie Hand: Das deutsche Bundeskartellamt hat grünes Licht für den Verkauf von 88 Karstadt-Warenhäusern an den österreichischen Immobilieninvestor und dessen Signa-Holding gegeben. Die Freigabe erfolgte ohne Auflagen und Bedingungen. "Letzten Endes wird hier ein Investor durch einen anderen ausgetauscht", begründete Kartellamtschef Andreas Mundt am Donnerstagdie rasche Entscheidung. Erst am vergangenen Freitag hatte Benko seine Pläne in Bonn zur Prüfung vorgelegt. Der umstrittene Investor hatte die Anteile von Nicolas Berggruen zum symbolischen Preis von einem Euro übernommen, schweigt sich bislang aber über seine Vorstellungen für die Zukunft Karstadts aus. Seine Übernahme des kriselnden Traditionskonzerns hatte Spekulationen um eine deutsche Warenhaus AG, einer Zusammenlegung Karstadts mit der Metro-Tochter Kaufhof, neue Nahrung gegeben. Benko hatte sich in der Vergangenheit bereits um Kaufhof bemüht, Metro winkte aber ab. In Branchenkreisen hieß es jüngst aber, Benko habe zuletzt wieder Kontakte zu Metro-Großaktionär Haniel geknüpft.

Mitarbeiter zittern weiter


Die rund 17.000 Karstadt-Mitarbeiter müssen nun weiter bangen, wie es mit Karstadt weitergeht. Benko müsse ein tragfähiges und nachhaltiges Zukunftskonzept auf den Tisch legen, fordert die Gewerkschaft Verdi. Karstadt wollte sich zu der Entscheidung des Kartellamts und möglichen neuen Terminen für die mit Spannung erwartete Aufsichtsratssitzung nicht äußern, Sprecher Benkos waren erneut nicht zu erreichen. Vor einer Sitzung des Gremiums muss Benko zudem noch seine Vertreter in dem Kontrollgremium entsenden. Karstadt-Aufsichtsratschef Stephan Fanderl hatte aber bereits verkündet: "Wir werden die Sanierung der Karstadt Warenhaus GmbH zügig und entschlossen angehen." Er hatte "schmerzhafte Einschnitte" angekündigt und die Überlebensfähigkeit von mehr als 20 Häusern infrage gestellt.