Wien. An der heiklen Frage, ob bei Online-Bestellungen für zurückgeschickte Pakete künftig ein Retourporto verrechnet wird, scheiden sich die Geister. Die Berater von Kreutzer Fischer & Partner, die mit der österreichischen Post eine Studie über Versand- und Onlineeinkäufe vorgestellt haben, warnen: "Mit dem Retourporto steht der Online-Bekleidungshandel zur Disposition."

"Die Zielgruppe von Zalando würde kein Rückporto akzeptieren", sagt Andreas Kreutzer, geschäftsführender Gesellschafter von Kreutzer Fischer & Partner. Wenn Kunden Pakete zurückschicken, geht das für die Versandhändler ins Geld. Beim Online-Modehändler Zalando liegt die Retouren-Quote bei 50 Prozent. Andere Anbieter, etwa von Medien/Elektrogeräten, schmissen Kunden mit überbordenden Rücksendungen schon raus, weiß man bei Kreutzer Fischer & Partner.

In einer Umfrage unter 1000 privaten Versand- und Onlinekunden (15 bis 65 Jahre) hat Kreutzer Fischer & Partner abgefragt, wie sich ein Retourporto auf das Einkaufsverhalten auswirken würde. Fazit: Nur 16 Prozent würden nichts ändern, 83 Prozent aber würden "vorsichtiger auswählen" oder ganz einfach "weniger oft bestellen". Laut Kreutzer würde das natürlich den Bereich treffen, wo die meisten Retouren anfallen: "Der Bekleidungsmarkt hängt massiv an diesem Porto."

Der österreichische Post-Vorstand Peter Umundum meint, dass das Retourporto bei den Versandhändlern ein Thema wird. "Momentan sind die Großen kostenfrei". Die Post selber lässt sich die Abwicklung der Retouren von den Händlern bezahlen, die Höhe wird aber nicht genannt.