Online-Kartenzahlung nimmt zu - nun wird die Bankomatkarte für Internet-Einkäufe adaptiert. - © ldprod
Online-Kartenzahlung nimmt zu - nun wird die Bankomatkarte für Internet-Einkäufe adaptiert. - © ldprod

Wien. Der Warenkorb im Onlineshop ist gefüllt, jetzt geht es zur Kasse. Zuerst muss der Kunde Name und Adresse eintippen, im nächsten Schritt wählt er die Zahlungsvariante aus. Binnen weniger als einer Sekunde läuft bei Händlern wie Zalando zwischen diesen Schritten im Hintergrund eine Prüfung, die darüber entscheidet, welche Zahlungsvarianten dem Kunden angeboten werden. Neben der Identität wird auch die Bonität des Kunden geprüft. Bei einer schlechten Bonität werden statt Kauf auf offene Rechnung andere Zahlungsmethoden angeboten.

"Vor allem bei hohen Summen im Zuge von Erstbestellungen ist erhöhte Aufmerksamkeit von Seiten des Händlers erforderlich", warnt Boris Recsey, Geschäftsführer der Kreditauskunftei Crif in Österreich, vor Zahlungsausfällen. Besonders bei elektronischen Geräten, die leicht weiterverkauft werden können, sei das Betrugsrisiko hoch.

Bonität entscheidet über angebotene Zahlungsvarianten

Crif ist hierzulande einer unter mehreren Anbietern von Bonitätsauskünften. Die Daten bezieht Crif einerseits von Adressverlagen, andererseits arbeitet das Unternehmen mit 70 Inkassobüros zusammen, erklärt Recsey. Inkassomeldungen verschlechtern die Bonität - und auch statistische Werte wie das Alter werden ins Scoring mit einbezogen. Beispielsweise sind jüngere Kunden laut Statistik säumiger als ältere beim Bezahlen ihrer Rechnungen. "Es wird aber sicher niemand als Kunde nur deswegen abgelehnt, weil er in einer ,schlechten‘ Wohngegend lebt, jung oder männlich ist", betont Recsey. Welches Scoring notwendig ist, damit ein Kunde auf Rechnung bezahlen kann, sei die Entscheidung des Händlers. Dabei spielt auch eine Rolle, ob es sich um einen neuen oder einen Bestandskunden handelt.

Ist Bezahlung zu kompliziert, brechen viele den Kauf ab

Den Händlern entgehe beträchtliches Umsatzpotenzial, wenn Kauf auf Rechnung nicht angeboten wird, heißt es von Crif. "Je einfacher und sicherer der Bezahlvorgang, desto niedriger die Abbruchquote. Ein optimierter Bezahlvorgang kann die Umsätze für Händler deutlich erhöhen", sagt Christian Schicker, Marketingleiter von Mastercard in Österreich. "Bezahlen ist einer der Hauptgründe, warum Transaktionen im Internet abgebrochen werden", sagt Schicker. International brechen demnach rund 38 Prozent der Kunden den Bestellvorgang ab, weil die Bezahlung zu aufwendig ist oder der Prozess zu unsicher erscheint.