Luxemburg. Fluggesellschaften dürfen für aufgegebenes Gepäck Zusatzkosten verlangen, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag entschieden hat. Eine spanische Regelung, die solche Zuschläge verbietet, sei nicht mit Unionsrecht vereinbar, urteilten die Richter.

Für Handgepäck dürfen hingegen keine Zusatzgebühren verlangt werden, sofern das Gewicht und die Abmessungen den Handgepäckregeln entspricht. Durch die Handhabung und Überwachung des aufgegebenen Gepäcks könnten Fluglinien Zusatzkosten entstehen, was bei der Beförderung von Handgepäck nicht der Fall sei.

Das Geschäftsmodell insbesondere von Billigflug-Anbietern bestehe darin, die Flüge zum günstigsten Preis anzubieten und für ergänzende Dienstleistungen zusätzliches Geld zu verlangen. Einige Passagiere könnten dies nutzen und lediglich mit Handgepäck reisen, so die Richter.

Im konkreten Fall hatte sich eine Frau bei einer spanischen Verbraucherbehörde über die Billig-Fluggesellschaft Vueling beschwert, die im Jahr 2010 für zwei Koffer Extrakosten von insgesamt 40 Euro auf den Grundpreis von insgesamt 241,48 Euro verlangte.