Smarter Einkaufshelfer: Die App informiert, wenn sich ausgesuchte Produkte verbilligen. - © Foodloop
Smarter Einkaufshelfer: Die App informiert, wenn sich ausgesuchte Produkte verbilligen. - © Foodloop

Wien. Es ist wohl einer der erschreckendsten Auswüchse unserer Konsumgesellschaft: Ein Drittel der weltweit erzeugten Lebensmittel landet im Müll. Allein in Österreich vergammeln jährlich rund 157.000 Tonnen verpackter und unverpackter Lebensmittel sowie Speisereste im Wert von über einer Milliarde Euro im Restmüll.

Diese unglaubliche Verschwendung fängt bereits auf den Feldern an, wo alles, was nicht der (Handels-)Norm entspricht, gnadenlos aussortiert wird. In den Supermärkten beschleunigt vor allem das Haltbarkeitsdatum die Vernichtung genießbarer Waren. Und diese, von den Herstellern aufgedruckten Haltbarkeitsfristen, werden immer kürzer. Dabei haben die angegebenen Fristen oft gar nichts mit der tatsächlichen Haltbarkeit zu tun. Während bei Fleisch-, Fisch- und Eiprodukten das Verbrauchsdatum aus hygienischen Gründen unbedingt beachtet werden sollte, garantiert es auf vielen anderen Produkten meist nur bestimmte Eigenschaften eines Produktes, wie zum Beispiel die cremige Konsistenz eines Joghurts. Die Folge: Eine große Menge Lebensmittel landet auf dem Müll, bevor sie überhaupt den Endverbraucher erreicht.


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EU-Initiative

Die EU-Kommission hat dieser Verschwendung von Lebensmitteln nun den Kampf angesagt. Mit Hilfe der sogenannten "FoodLoop"-App sollen Konsumenten künftig Geld sparen und zugleich zur Abfallvermeidung beitragen. Die App wurde mit Hilfe einer von der EU finanzierten Software-Toolbox entwickelt. Und so funktioniert sie: "Man erstellt eine Einkaufsliste mit Produkten, die man regelmäßig kauft, wie Joghurt oder Bananen, und gibt an, ob man über Sonderangebote in der Nähe informiert werden will", erläutert Christoph Müller-Dechent, Gründer von FoodLoop, das Prinzip der App. "Verbilligen sich die gewählten Produkte, wird einem das direkt mitgeteilt." Je nach Art des Produkts und der verbleibenden Tage bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum gibt es dann unterschiedliche Rabatte.

Demnächst startet der Probebetrieb in zwei Bio-Supermärkten und einer Bäckerei nahe Bonn. "Unser Ziel ist es, bis 2025 alle Supermärkte mit FoodLoop auszustatten. Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel steht, nach der Deutschland-Expansion Anfang 2015, ganz oben auf unserer Liste", kündigt Müller-Dechent an. "Um unsere Dienstleistung möglichst zeitnah in Österreich anbieten zu können, wäre es praktisch, wenn interessierte Einzelhändler schon jetzt im Vorfeld auf uns zukommen würden."