Wien. Derzeit liegen die Österreicher beim Sammeln von Elektroschrott noch weit vor den EU-Vorgaben. "Das Ziel von vier Kilogramm pro Einwohner wurde 2013 in Österreich mit im Schnitt 9 Kilogramm deutlich übertroffen - das ist mehr als das Doppelte", sagt der zuständige Generalsekretär im Umweltministerium, Reinhard Mang. Ab 2016 ist eine Sammelquote für Elektroaltgeräte (EAG) von 45 Prozent vorgeschrieben. Die ist in Österreich längst Usus.

Doch ab 2019 müssen noch höhere Sammelquoten als jetzt erreicht werden. Denn ab dann sind 65 Prozent der in den drei vorangegangenen Jahren in Verkehr gesetzten Mengen als Abfall wieder einzusammeln. "Das ist auch für uns eine Herausforderung", räumt Mang ein.

Trittbrettfahrer müssen zahlen

Ab Oktober werden von der EAG-Richtlinie auch LED-Lampen und Photovoltaik-Module erfasst. Zudem sollen auch ausländische Hersteller zur Rücknahme bzw. Mitfinanzierung verpflichtet werden. Da der Internethandel zunimmt, ist auch eine klare Regelung für den Fernabsatz vorgesehen, so Mang: "Hier gilt die direkte Verpflichtung der ausländischen Händler, einen Bevollmächtigten in Österreich zu nennen."

"Der Elektrohandel kämpft mit dem ausländischen Versandhandel, der etwa 10 bis 15 Prozent Marktanteil hält", so Obmann des Elektrohandels, Wolfgang Krejcik. Im Gegensatz zum heimischen Handel zahlten diese Unternehmen nichts für die Entsorgung ihrer Produkte.

Ebenfalls ein Dorn im Auge sind den Altstoffverwertern die illegalen Exporte von Elektroaltgeräten nach Osteuropa, da hier nicht für eine fachgerechte Entsorgung und Verwertung gesorgt ist. 5 bis 10 Prozent der Sammelmenge gingen auf diese Weise verloren, wird geschätzt.