Wien. Es sind die Klassiker: der Heimtrainer im Wohnzimmer, der mit guten Vorsätzen gekauft wurde, der aber mittlerweile nicht mehr genutzt wird und daher als Kleiderständer herhalten muss. Das Fondueset, das ungenutzt im Schrank steht. Und die Schuhe aus dem Paris-Urlaub, die seit Jahren im Keller verstauben. "Es gibt viele Haushalte, in denen sich viel zu viele Dinge angesammelt haben", sagt Ordnungscoach Katrin Miseré. Wer erst einmal den Tisch abräumen muss, bevor er dort essen kann, oder die Arbeitsfläche in der Küche freimachen muss, bevor er zu kochen beginnen kann, sollte schleunigst Ordnung schaffen.

Durchschnittlich 964 Euro in Form von ungenutzten Dingen verstauben in österreichischen Haushalten, wie eine Umfrage der Flohmarkt-App Shpock unter 500 Personen in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut MindTake Research ergeben hat. Besonders oft liegen Bücher, Kleidung, Spiele und Filme ungenutzt daheim herum.

Das Ausmisten gelingt am besten, indem man sich einen kleinen Bereich aussucht. Das kann beispielsweise ein Platz sein, den man gleich wieder nutzen möchte (etwa der Schreibtisch oder die Küche) oder jener Raum, in dem das größte Chaos herrscht. Wichtig sei, zuerst nur diesen Bereich in Angriff zu nehmen, sagt Miseré: "Viele scheitern beim Aufräumen, weil sie sich verzetteln."

Dann beginnt das eigentliche Aufräumen: Alles, was im Raum benötigt wird, darf dort bleiben, alles andere wird in jenes Zimmer gelegt, wo es eigentlich hingehört. Aussortiert wird alles, was kaputt ist oder nicht benötigt wird. "Man sollte sich immer die Frage stellen: Was brauche ich wirklich? Brauche ich beispielsweise so viele verschiedene Töpfe oder reichen auch weniger?", sagt Miseré.

Anschließend werden die verbliebenen Gegenstände geordnet: Oft benötigte Dinge sollten griffbereit sein, seltener gebrauchte Gegenstände können weiter oben oder hinten verstaut werden. Dabei gelte es zu beachten: "Die Ablageflächen müssen frei bleiben."

Ungeliebte Geschenke müssen nicht ewig aufgehoben werden

Oft fällt es schwer, sich von Besitztümern zu trennen. "Man muss sich klarmachen, warum man an bestimmten Dingen festhält. Oft stecken sentimentale Gründe dahinter: Beispielsweise hat man Angst, den schönen Urlaub in Paris zu vergessen, wenn man die dort gekauften Schuhe ausmistet", sagt Miseré. Auch Geschenke, die einem nicht gefallen, sollte man nicht ewig aufbewahren: "Man ist nicht verpflichtet, die Wohnung mit Dingen vollzustellen, die einem nicht gefallen."