Beim Gewand Ausmisten bewähren sich Kisten: Kleidungsstücke, die man ein Jahr nicht getragen hat, können - mit wenigen Ausnahmen wie Ballkleider - weggegeben werden. Oft reicht es, das Kleidungsstück noch einmal zu probieren, damit man wieder weiß, warum man es in letzter Zeit nicht getragen hat.

Die Ordnungsberaterin selbst geht beispielsweise beim Einkaufen von Schuhen nach dem Prinzip vor: Wenn ein neues Paar hinzukommt, fliegt ein altes raus. Damit kann sich nie zu viel ansammeln, und es wird regelmäßig ausgemistet. An Büchern behält sie nur jene, die sie weiterempfehlen würde. Aufräumen empfindet sie als befreiend: "Ich bin glücklich, wenn im Bücherregal oder im Kleiderschrank Platz frei ist." Wer konsequent ausmiste, werde mit dem Gefühl belohnt, loslassen zu können.

Im Internet lässt sich Gebrauchtes zu Geld machen

Wer entrümpelt hat, stellt sich die Frage: Wohin mit den alten Sachen? Fürs Wegschmeißen sind viele aussortierte Sachen zu schade. Oft freuen sich Bekannte, Verwandte oder Arbeitskollegen über Bücher, Kinderspielzeug oder Kleidung, für die man selbst keine Verwendung mehr hat. "Ich sehe ausgemusterte Dinge als einen Wert, der bei mir nicht genutzt wird, über den sich aber vielleicht andere freuen", sagt Miseré.

Gelegenheiten, um Gegenstände loszuwerden, gibt es viele: Wie wäre es beispielsweise mit einer Tauschparty, zu der jeder Gast Dinge mitbringt, die er nicht mehr braucht? Natürlich können gebrauchte Gegenstände wie Kleidung oder Schulutensilien auch gespendet werden. Besonders über Winterbekleidung, Jacken, Handschuhe und Schuhe freuen sich Organisationen wie die Gruft oder die Caritas im Herbst, sagt Martin Gantner, Sprecher der Caritas der Erzdiözese Wien.

Wer die ausgemusterten Gegenstände hingegen zu Geld machen möchte, ist bei Internetplattformen wie Willhaben, Shpock, Ebay, Amazon, Rebuy oder Momox an der richtigen Stelle. Auf dem Online-Anzeigenportal Willhaben, auf dem mehr als 2,5 Millionen Anzeigen verfügbar sind, können kostenlos Kleinanzeigen aufgegeben werden. Allerdings brauchen Verkäufer mitunter Geduld, bis sich ein Abnehmer findet. Während beispielsweise eine Kaffee-Padmaschine innerhalb eines Tages verkauft war, dauert es bei manchen Büchern Monate, bis sich ein Interessent meldet, wie ein Test zeigt. Schneller los wird seine ausgemusterten Gegenstände, wer sie an Wiederverkaufsportale wie Rebuy und Momox schickt. Privatpersonen können Bücher, DVDs, Handys oder Notebooks einsenden. Die Unternehmen prüfen die Ware, das Geld wird auf das Kunden- bzw. das Bankkonto überwiesen. Ein Vergleich der Portale lohnt sich jedenfalls, denn der Haken ist der oft niedrige Betrag, den die Firmen zahlen: Für Bücher gibt es teilweise nur 15 Cent.