Brüssel/Menlo Park. Am Ende haben die Gewohnheiten der Nutzer den Ausschlag gegeben: Die EU-Kommission erlaubt die Übernahme des Smartphone-Nachrichtendienstes WhatsApp durch Facebook. Denn, so EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia: "Facebook Messenger und WhatsApp sind zwar zwei der beliebtesten Apps, aber die meisten Menschen nutzen ohnehin mehr als eine App." Daher darf Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk die beliebteste Anwendung für Smartphones ohne Auflagen übernehmen. "Wir haben die geplante Übernahme sorgfältig geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass sie den Wettbewerb auf diesem dynamischen, expandierenden Markt nicht beeinträchtigen wird", sagte Almunia am Freitag.

Zwar bieten beide Unternehmen Apps für Mobiltelefone an, durch die Verbraucher miteinander Textnachrichten oder Fotos austauschen können. Die beiden Dienste seien aber "keine engen Wettbewerber", zudem gebe es auch nach einem Zusammenschluss noch eine große Auswahl an Alternativen.

Facebook im Februar den Kauf von WhatsApp angekündigt und will umgerechnet 15 Milliarden Euro in bar und in Aktien zahlen. Die US-Behörden haben bereits im April zugestimmt, die EU-Kommission hat sich damit länger Zeit gelassen. Der Zukauf ist die bisher größte Übernahme von Facebook. Dadurch dürfte der Konzern auf dem Markt mit mobilen Angeboten noch stärker werden. Laut aktuellen Studien aus Deutschland lässt die Begeisterung für Apps im Allgemeinen allerdings allmählich nach. Laut "Focus" laden zwei Drittel der Smartphone-User überhaupt keine Apps mehr herunter.