Oak Brook. Viele Burger-Fans kehren der weltgrößten Imbisskette McDonald's den Rücken, und auch bei Coca-Cola laufen die Geschäfte schleppend - hier sind weitere Einsparungen geplant.

In McDonald's Heimatmarkt USA knickten die Erlöse im dritten Quartal erneut ein, weil die Verbraucher eher bei der billigeren Konkurrenz speisten. In China blieben die Kunden aufgrund eines Gammelfleisch-Skandals bei einem Zulieferbetrieb fern.

Coca-Cola kämpft vor allem mit sinkender Beliebtheit von zuckerlastigen Softdrinks im Heimatmarkt Nordamerika und in Europa, zuletzt kamen ungünstige Wechselkursentwicklungen erschwerend hinzu. Der Konzern versucht, mit aggressivem Marketing sein Image zu verbessern und sucht nach neuen Einnahmemöglichkeiten.

Coca-Cola: Die Kosten sollen um drei Milliarden Dollar sinken

Bei Coca-Cola stürzte der Nettogewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr von 2,4 auf 2,1 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro), wie der Getränkemulti am Dienstag mitteilte. Der Umsatz lag kaum verändert bei knapp 12 Milliarden Dollar. Nun wird ein Sparprogramm forciert, um das Ruder rumzureißen - bis 2019 sollen die jährlichen Kosten um drei Milliarden Dollar sinken. "Wir haben die Fortschritte genau geprüft und realisiert, dass wir mit unserer Strategie zwar auf dem richtigen Weg sind, unsere Maßnahmen aber ausweiten müssen", sagte Coca-Cola-Chef Muhtar Kent.

Das Unternehmen verwarf zudem sein Gewinnziel für dieses Jahr - ein hohes einstelliges Wachstum sei nicht mehr zu erwarten. Auch die langfristige Umsatzprognose wurde einkassiert, der Konzern erwartet jetzt nur noch ein Verkaufsplus im mittleren einstelligen Bereich.

McDonald's hatte auch in Russland und der Ukraine einen Umsatzrückgang zu beklagen, wo Restaurants geschlossen werden mussten. Von Juli bis September gingen die Umsätze insgesamt um 5 Prozent auf knapp 7 Milliarden US-Dollar (5,5 Milliarden Euro) zurück, wie McDonald's am Dienstag mitteilte. Der Gewinn sackte gar um 30 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Dollar ab. Daran hatte auch eine höhere Steuerlast Anteil.

Menüs sollen überarbeitet werden

Der Konzern müsse nun beweisen, dass er seine Probleme in den Griff bekomme, sagte Konzernchef Don Thompson am Dienstag. In erster Linie gelte es, die Kunden zurückzugewinnen. Seine Menüs will der Konzern überarbeiten, zudem soll das Bestellen und Bezahlen mittels mobiler Angebote einfacher werden. Auch in Service und Marketing will der Konzern investieren.

In den USA, dem größten Markt von McDonald's, gingen die Erlöse auf gleicher Fläche um 3,3 Prozent zurück. Die Gewinne sanken sogar zweistellig, weil die Maßnahmen zur Kundengewinnung Geld kosteten. Analysten beobachten schon seit geraumer Zeit, dass McDonald's Marktanteile verliert.

Deutliche Einschnitte mussten die Amerikaner durch den Skandal um verdorbenes Fleisch in China verkraften. Zwar gibt McDonald's keine Länderzahlen heraus, aber in der Region Asien/Pazifik, Naher Osten und Afrika (APMEA) gingen die Umsätze in der Berichtsperiode um knapp zehn Prozent und der Gewinn sogar um mehr als die Hälfte zurück. Chinesische Journalisten hatten gefilmt, wie in einer Fabrik des US-Unternehmens Husi Food in Shanghai verdorbenes Fleisch verarbeitet wurde. Die Firma hatte mehrere US-Fast-Food-Ketten wie McDonald's, KFC und Pizza Hut beliefert.