• vom 04.11.2014, 17:59 Uhr

International

Update: 04.11.2014, 18:11 Uhr

Hong Kong

Der Drache und die Sachertorte




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  • Österreichs Unternehmen präsentieren sich im Rahmen einer großangelegten Investorenkonferenz in Hong Kong.

21st Austria-Sprecher Stepic. Roadshow in Hong Kong. - © T. Seifert

21st Austria-Sprecher Stepic. Roadshow in Hong Kong. © T. Seifert

Hong Kong. (sei) Während eine große österreichische Wirtschaftsdelegation vor wenigen Tagen Peking, Shanghai und die Provinz Sichuan besuchte, präsentierten sich Österreichs "Hidden Champions" im chinesischen Mekka der Hochfinanz, Hong Kong. Eine Gruppe österreichischer CEOs von heimischen Innovations-Unternehmen kam nach Hong Kong, um Österreichs Image des Mehlspeisen-Paradieses und der Mozart- und Sound-of-Music-Idylle ein wenig zu verbreitern. Denn das Land produziert auch Titan-Rahmen für Astronauten-Brillen, tönt es in einem pfiffigen Trickfilm der Wirtschaftskammer und "alle zwei Sekunden verlässt ein Spezial-Lautsprecher für Mobiltelefone eine Fabrik in Österreich". Wien sei laut Mercer-Liste die lebenswerteste Stadt der Welt - und wenn man dann schon im schönen Wien auf Business-Trip sei, dann sollte man doch gleich eine dieser wundervollen Sachertorten probieren, heißt es am Schluss des Videos augenzwinkernd.


Über die "Regenschirm-Revolution"-Proteste auf Hong Kongs Straßen schweigen alle Seiten vornehm. "Ein Land, zwei Systeme" sei die "Geheimwaffe Hong Kongs", sagt der Hong Konger Wirtschaftsminister Gregory So Kam-leung. Hong Kong versteht sich als "Connector", als "Adapter", der die Verbindung zur Volksrepublik China einfach und sicher mache. Denn es gebe Rechtssicherheit und einen korrekt regulierten und transparenten Finanzmarkt. Das mache die Stadt zur nach wie vor gefragten Drehscheibe zwischen China und dem Rest der Welt. Bald soll es auch einen direkten Draht zum Finanzplatz Shanghai geben, was den Standort Hong Kong noch attraktiver machen soll.

Organisiert hat die Präsentation heimischer Unternehmen in Hong Kong die Organisation 21st Austria, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, Österreich als innovativen Standort und weiterhin attraktives Sprungbrett nach Mittel- und Ost-Europa anzupreisen, gemeinsam mit Generalkonsulin Claudia Reinprecht und dem Wirtschaftsdelegierten Christian Schierer. Zuletzt gab es von 21st Austria eine Roadshow in New York und London, nun wagt man sich nach Asien. Herbert Stepic, Vorsitzender von 21st Austria, betont bei seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des chinesischen Marktes für Österreich: "2008 schrieb die anglo-amerikanische Presse uns und gleich ganz Mittel- und Ost-Europa ab. Doch dann hatte Deutschland, hatten wir wieder Wirtschaftswachstum und der Export sprang wieder an. Deutschland spielte dabei Lokomotive. Woher kam dieses Wachstum, woher kam die Nachfrage? Aus China." Stepic präsentiert Österreich als Industrie-Standort und lohnendes Investitionsziel, preist die Lehrlingsausbildung an und hebt hervor, dass man in der Alpenrepublik die Länge der Streiks übers Jahr in Sekunden messen kann. Und die Geschichte in Mittel-/Ost-Europa sei allen Unkenrufen zum Trotz noch lange nicht vorbei: "Bei VW in Tschechien ist die Fertigungsqualität genauso gut, wenn nicht besser als im Hauptwerk bei Wolfsburg. Das spricht für die Qualität der Arbeitskräfte in diesem Land." Österreich verstehe diese Region nach wie vor als "Riesen-Chance": 140.000 Jobs seien allein wegen Österreichs Engagement in Ost-/Mittel-Europa entstanden. Österreichs Wirtschaftsdelegierter Christian Schierer sieht große Chancen für Österreichs Unternehmen: Denn die Investitionsströme aus China würden in Zukunft mehr denn je in Richtung Zentraleuropa fließen. Davon könne das Land profitieren.




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Dokument erstellt am 2014-11-04 18:02:04
Letzte Änderung am 2014-11-04 18:11:29


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