Chatroom-Name: "Die Spieler"

Durchforstet wurden etwa Chatrooms in den Devisenabteilungen. Die FCA entdeckte, dass sich Händler verschiedener Banken zu Gruppen zusammengetan hatten, in denen sie Informationen über Kunden sammelten. Diese Gruppen hatten Namen wie "Das A-Team", "Die Spieler" oder "Die drei Musketiere".

Es existierte das Bewusstsein, dass man sich im illegalen Bereich bewegte, denn nach Erkenntnissen der CFTC waren die Händler besorgt, dass ihre Geschäftspraktiken und Absprachen nach außen dringen könnten. In einem Fall schrieb ein Händler: "Ich will nicht, dass andere Idioten im Markt Bescheid wissen." Konkret ging es um die Frage, ob ein weiterer Händler zur Gruppe dazustoßen könnte und "großen Mehrwert für das Kartell" bringen würde. Am Ende wurde ihm "ein Monat Probezeit" angeboten - verbunden mit der Warnung eines Citi-Händlers: "Wenn du das vermasselst, schlaf lieber mit einem Auge offen."

Bei HSBC führten Manipulationen an einem Pfund/Dollar-Fixing nach Erkenntnissen der FCA zu einem Gewinn von 162.000 Dollar. Die Händler feierten sich danach gegenseitig: "Gute Arbeit Gentlemen . . . Ich ziehe meinen Hut", schrieb einer.

Eine Rolle spielte bei dem Gruppenvergleich auch, wie kooperationsbereit die Banken waren. Die UBS etwa lieferte als erstes Institut von sich aus viele Informationen - was insbesondere die US-Behörde honorierte.

Aufatmen können die überführten Großbanken aber noch nicht, denn die Ermittlungen bei anderen US-Behörden laufen weiter. So erklärte die US-Notenbank Fed umgehend, ihre Devisenuntersuchungen würden unter anderem in Zusammenarbeit mit dem US-Justizministerium fortgesetzt. Die britische Betrugsbekämpfungsbehörde SFO kündigte bereits vor einiger Zeit an, sich strafrechtliche Ermittlungen gegen Einzelpersonen vorzubehalten. Außerdem könnten im äußersten Fall auch Schadenersatzklagen von Investoren drohen, wenn sie sich durch die Banken getäuscht sehen und Nachteile nachweisen können. Ärger droht diesbezüglich jedenfalls der UBS: Die Schweizer Behörde Finma leitete Ermittlungsverfahren gegen elf ehemalige und aktuelle Mitarbeiter der Bank ein, und zwar bis in die höchsten Ebenen.

"Weggeschaut oder ahnungslos"

Finma-Chef Mark Branson holte am Mittwoch zur Frontalkritik gegen die größte Schweizer Bank aus: Zu hohe Erfolgsprämien für die Händler und Vorgesetzte, die wegschauten oder das Geschäft nicht verstanden hätten - das alles seien Gründe dafür, warum die UBS prominent in den Devisenskandal verwickelt sei. "Das ist der schwerste Fall, den wir je gesehen haben", sagte er.