Wien. Die gute Nachricht: "Nach einigen harten Jahren für den Bausektor zeichnet sich heuer endlich wieder ein Wachstum ab, das 2015 weiter anziehen soll." Derart optimistisch gibt sich das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte in seiner aktuellen Studie "European Powers of Construction" (EPoC). Darin hat Deloitte zum elften Mal die Lage der europäischen Baubranche analysiert sowie Marktposition und wirtschaftliches Standing der 50 größten börsennotierten Bauunternehmen aus insgesamt 17 Ländern untersucht.

Betrachtet man das Volumen der Bauwirtschaft, so liegt Österreich laut Deloitte mit einem Umsatz von 15 Milliarden Euro europaweit auf dem sechsten Platz. An der Spitze rangiert Frankreich, mit einem Umsatz von rund 101 Milliarden Euro, deutlich vor Spanien mit 67 Milliarden Euro und Großbritannien mit 40 Milliarden Euro. Zudem zählen mit Strabag und Porr zwei heimische Unternehmen zu den Top 50 der europäischen Bauriesen und belegen im Ranking derzeit die Plätze acht beziehungsweise 25.

Auslandsgeschäft birgt Risiken

"Bedingt durch den verhältnismäßig kleinen österreichischen Markt und die starke Konkurrenz, hat sich die Strabag auf den internationalen Markt konzentriert und generierte im Jahr 2013 mehr als 40 Prozent der Umsätze im Ausland", rechnet Deloitte vor. Womit die Strabag ganz im Trend liegt, denn "diese fortschreitende Internationalisierung des Geschäfts ist derzeit einer der signifikantesten Trends".

"Beschränkte Marktgrößen und damit Marktanteile im westeuropäischen Raum, sowie eine stagnierende Entwicklung dieser Märkte haben in den vergangenen Jahren zu einer verstärkten Suche nach Investitionsmöglichkeiten und Wachstumschancen im Ausland geführt", erklären die Experten von Deloitte.

Die Untersuchung belegt allerdings auch, dass die Auslandsaktivitäten der Baukonzerne nicht unbedingt zu höheren Marktwerten führen, sondern sogar deutliche Risiken bergen. So besteht zwischen dem Internationalisierungsgrad und der Ergebnis-Marge für Bauaktivitäten eine negative Wechselbeziehung. "Der Internationalisierungsgrad beeinflusst die durchschnittliche Profitabilität und die Liquiditätssituation der Baukonzerne", weiß Alexander Hohendanner, Partner von Deloitte Österreich. "Im Vergleich konnten jene Unternehmen, die sich vor allem auf heimische Märkte konzentrierten, 2013 eine durchschnittliche Ergebnis-Marge von vier Prozent erzielen, während sich international tätige Baugruppen mit circa 2,2 Prozent zufriedengeben mussten."