Bukarest. Der US-amerikanische Energiekonzern Chevron zieht sich aus Rumänien zurück und verzichtet auf die dort eingeleiteten Projekte zur Exploration und Förderung von Schiefergas-Vorkommen. Dies kündigte Chevron am Wochenende an.

Als Begründung für den Rückzug aus Rumänien gab das Unternehmen an, dass das Projekt mit anderen Investitionschancen weltweit nicht mithalten könne. Bereits letztes Jahr hatte der rumänische Ministerpräsident Victor Ponta bekannt gegeben, dass Chevron keine wirtschaftlich interessanten Schiefergasvorkommen gefunden habe. Auch Präsident Klaus Johannis (Iohannis) hatte darauf hingewiesen, dass die Förderung von Schiefergas durch den niedrigen Erdölpreis nicht mehr rentabel wäre. Erst vor einem Monat hatte Chevron auch in Polen seine Schiefergas-Vorhaben aufgegeben.

Die erste Schiefergas-Sonde in Rumänien, mit der Chevron bis Juli 2014 bei Silistea-Pungesti im ostrumänischen Landeskreis Vaslui in Tiefen von bis zu 3.000 Metern nach Schiefergas suchte, wurde von der Lokalbevölkerung und Umweltschutzorganisationen mit zahlreichen Protesten bekämpft. Immer wieder wurde die Installierung der Sonde erschwert und verzögert. Weil bei der Schiefergasförderung mit chemischen Substanzen versetztes Wasser in große Tiefen gepumpt wird, befürchten Umweltschützer die Vergiftung des Grundwassers sowie tektonische Auswirkungen.

Die Ergebnisse der Bohrungen sowie der 2-D-Geophysik-Studien, die Chevron für zwei weitere seiner konzessionierten Areale in der Region Dobrogea erstellte, werden, wie gesetzlich vorgeschrieben, der Rumänischen Behörde für Mineralressourcen (ANRM) übergeben und bleiben vertraulich. Chevron hatte drei weitere Umweltgenehmigungen für Suchbohrungen im Kreis Vaslui sowie eine Baugenehmigung für die Anbringung einer weiteren Sonde bei Puiesti erhalten.