Wolfsburg. Der Volkswagen-Konzern blickt auf ein Rekordjahr zurück: Das operative Ergebnis stieg 2014 im Vergleich zum Vorjahr um rund eine Milliarde Euro auf 12,7 Milliarden, der Umsatz kletterte auf 202,5 Milliarden Euro und erstmals in seiner Geschichte verkaufte der Autogigant mehr als zehn Millionen Fahrzeuge weltweit.

Der VW-Konzern hat laut Konzernchef Martin Winterkorn die Weltmarktführerschaft fest im Blick. Der Abstand zu Toyota, derzeit noch auf dem Branchenthron, schmilzt. Winterkorn kündigte ein "Überholmanöver" an. Die Japaner kamen 2014 auf 10,23 Millionen abgesetzte Fahrzeuge, der VW-Konzern auf 10,14 Millionen.

Vorstandsbezüge steigen, Mitarbeiter-Boni sinken


Während die VW-Mitarbeiter für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Erfolgsbeteiligung von 5900 Euro brutto und damit 300 Euro weniger als 2013 erhalten, erhöhten sich die Bezüge des Konzernchefs um rund 800.000 Euro. Insgesamt verdiente Winterkorn 2014 knapp 15,9 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Damit ist Winterkorn der bestbezahlte DAX-Manager. Auch die Vergütung für fast alle anderen VW-Vorstandsmitglieder stieg 2014 an.

Das im vergangenen Jahr gestartete Sparprogramm bei der Marke Volkswagen ist Winterkorn zufolge "sehr gut angelaufen". Insgesamt will Deutschlands größter Industriekonzern bei seiner Kernmarke rund fünf Milliarden Euro sparen; Einsparmöglichkeiten in Höhe der Hälfte des Betrags hat VW demnach bereits ausgemacht. "Modelle, die nicht mehr zur Nachfrage und zu den Renditeerwartungen passen, werden gestrichen", teilte Winterkorn mit. Medienberichten zufolge soll es sich dabei um den zweitürigen VW-Polo, den Eos oder auch den Beetle handeln.

Das operative Ergebnis der Kernmarke lag Volkswagen zufolge 2014 mit 2,5 Milliarden Euro deutlich unter dem Ergebnis vom Vorjahr mit 2,9 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich nur geringfügig um 0,4 Milliarden auf insgesamt 99,8 Milliarden Euro. Die Probleme der Kernmarke seien vor allem dem rückläufigen Geschäft in Südamerika und der "krisenbedingten sinkenden Nachfrage" in Russland geschuldet, teilte VW mit.

Insgesamt habe der Konzern im vergangenen Jahr 11,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben, erklärte Winterkorn - das sei mehr als bei jedem anderen Unternehmen der Welt. Bis 2020 strebe VW an, jedes neue Fahrzeug mit Internetzugang auszustatten.

Bis dahin profitieren die Deutschen von der Baukastentechnik: Grundidee ist, immer mehr gleiche Bauteile in äußerlich unterschiedliche Modelle vieler Marken zu bringen. Dadurch sinken ebenfalls die Kosten.