Frankfurt. Die Deutsche Bank will sich bei ihrem groß angelegten Umbau Finanzkreisen zufolge nur von der Postbank und nicht vom gesamten Privatkundengeschäft trennen. Das zeichnet sich nach den jüngsten Beratungen im Vorstand ab, wie mehrere mit den Besprechungen im Vorstand vertraute Personen am Wochenende sagten.

Postbank-Mitarbeiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in Teilen von Brandenburg und Thüringen haben Montag Früh die Arbeit niedergelegt. Viele Filialen bleiben wegen des Streiks geschlossen. Betroffen sind Bankfilialen unter anderem in Leipzig, Dresden, Halle oder Cottbus. Im festgefahrenen Tarifkonflikt fordert die Gewerkschaft für 9500 Mitarbeiter einen Kündigungsschutz bis 2020 und fünf Prozent mehr Geld.

Die Beschäftigten in den Filialen unter der Marke Deutsche Bank können jedoch auch nicht aufzuatmen. Dort drohten nun mehr Stellen wegzufallen als bisher geplant, sagten die Insider. Die geplante Schließung von bis zu einem Drittel der 700 Filialen in Deutschland dürfte Tausende Arbeitsplätze kosten.

Die radikale Lösung ("Model Five"), die den Abschied der Deutschen Bank vom Privatkundengeschäft bedeutet hätte, werde nur noch von Spartenchef Rainer Neske unterstützt. Die Deutsche-Bank-Führung hatte unter dem Druck wichtiger Investoren das Modell der Universalbank infrage gestellt. Die beiden Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen seien zuletzt aber von einer Konzentration auf das Investmentbanking und die Vermögensverwaltung abgerückt, hieß es in Finanzkreisen. Ein Grund dafür sei der vermutete Wunsch der deutschen Regierung nach einer weiterhin deutsch geprägten Bank. Ein zweiter Grund sei der Druck der Ratingagenturen, die in den Einlagen der Privatkunden eine sichere Refinanzierungsquelle sehe.