Düsseldorf. Um den deutschen Warenhausriesen Kaufhof könnte bald ein Bieterrennen entbrennen. Der österreichische Investor Rene Benko, der mit Karstadt bereits die zweitgrößte deutsche Kaufhauskette besitzt, hat Insidern zufolge beim Mutterkonzern Metro eine neue Offerte für den Branchenprimus auf den Tisch gelegt. Damit lässt der 38-jährige Tiroler die alte Idee einer "Deutschen Warenhaus AG" wiederaufleben - des Zusammenschlusses der beiden großen Kaufhaus-Marken. Rene Benko ist aber scheinbar nicht der einzige Interessent: Metro spreche auch mit dem Handelskonzern Hudson’s Bay, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Metro-Sprecher bestätigte entsprechende Gespräche über einen Verkauf von Kaufhof. "Es gibt aber keine Ergebnisse oder Entscheidungen", betonte er.

Mit seiner Offerte für Kaufhof ist Benko schon einen Schritt weiter als die Kanadier, die zwar schon Unterlagen gesichtet, aber noch kein Angebot unterbreitet haben, wie Insider sagten.

2,9 Milliarden Euro geboten


Benkos Firma Signa Holding biete 2,9 Milliarden Euro. Das Angebot sei bereits mit Metro-Aufsichtsräten erörtert worden. Benko komme Metro entgegen: So sei es für ihn eine Option, Karstadt künftig als Kaufhof-Tochter zu führen, hieß es in seinem Umfeld. Weitgehende Beschäftigungsgarantien seien geplant. Zudem habe die Kölner Kaufhof-Zentrale gute Chancen, erhalten zu bleiben. Das könnte eine schlechte Nachricht für die Mitarbeiter am Essener Karstadt-Hauptsitz sein - eine neue Warenhaus AG braucht keine zwei Zentralen. Arbeitnehmervertreter hatten immer wieder vor Stellenstreichungen bei einem Zusammengehen der Ketten gewarnt. Benkos Signa Holding lehnte einen Kommentar zu en Angaben ab. Hudson’s Bay hatte sich zuvor ebenfalls nicht äußern wollen. In Branchenkreisen hieß es, eine Entscheidung über die Kaufhof-Zukunft noch im Mai sei nicht sehr wahrscheinlich - aber nicht gänzlich ausgeschlossen.

Benko gilt als gut vernetzt in Wirtschaft und Politik, prominente Namen finden sich im Beirat seiner Signa Holding, darunter Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer. Makel: Benko erhielt eine Haftstrafe auf Bewährung, die er in einem Korruptionsprozess aufgebrummt bekam. Karstadt-Arbeitnehmervertreter rätseln noch über Benkos Pläne: "Wir fragen uns immer noch, welches Interesse die Eigner an Karstadt haben: Geht es ihnen um das Warenhausgeschäft oder nur um die Immobilien?"