Der schwache Yuan sorgt nicht nur die Chinesen, sondern die ganze Welt. - © reuters/Jason Lee
Der schwache Yuan sorgt nicht nur die Chinesen, sondern die ganze Welt. - © reuters/Jason Lee

Peking. (red) Zumindest einer freute sich über die Abwertung des chinesischen Yuan Renminbi und die Gelegenheit, sich öffentlichkeitswirksam ein wenig zu ärgern. "Sie zerstören uns", polterte US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump in einem CNN-Interview. Die chinesische Regierung werde die Währung so lange schwächen, bis sich für sie ein Erfolg einstelle. "Sie werten den Yuan stark ab, und das wird verheerend für uns", orakelte der Immobilien-Unternehmer noch am Dienstag, als die Landeswährung nach einer Kurssenkung um 1,9 Prozent auf ein Vierjahrestief fiel. Nur einen Tag später wertete die chinesische Zentralbank den Yuan erneut um 1,6 Prozent ab, diesmal auf einen Währungskurs von 6,3306 Yuan pro Dollar.

Damit hat die chinesische Währung gegenüber dem Dollar seit Bekanntgabe einer neuen Wechselkursfixierung am Montag um stolze 3,4 Prozent nachgegeben. Auf den internationalen Märkten hat das Schockwellen ausgelöst. Europas Leitbörsen etwa gingen am Mittwoch mit massiven Verlusten aus dem Handel. Der Euro-Stoxx-50 und der DAX rasselten um rund 3,3 Prozent nach unten. Die Maßnahmen der chinesischen Zentralbank lassen nach Meinung der Anleger Zweifel an der Lage der Konjunktur in China aufkommen. Die Volksrepublik ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Europa und die USA. Mit der Abwertung des Yuan werden Exporte nach China teurer, chinesische Waren auf dem Weltmarkt dagegen wettbewerbsfähiger. Massiv unter Druck geraten dadurch auch die Rohstoffpreise, denn für China wird der Import von den in Dollar abgerechneten Rohstoffen teurer.

Zentralbank beruhigt


Viele Händler fürchten, dass sich das auf die Nachfrage auswirken könnte. So stürzte beispielsweise der Preis für Nickel, das für die Stahl-Herstellung benötigt wird, zeitweise um mehr als 15 Prozent ab. Erstmals seit längerer Zeit durften sich zumindest die Goldhändler freuen: Aus Furcht vor den längerfristigen Folgen der jüngsten Kurskorrekturen haben sich die Anleger wieder mit Gold eingedeckt. Die "Antikrisen-Währung" verteuerte sich um bis zu 1,3 Prozent auf 1119 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Bei so viel schlechter Stimmung versuchte Chinas Zentralbank am Mittwoch, über eine Medienmitteilung zu beruhigen. "Momentan gibt es keine Basis dafür, die Abwertung des Wechselkurses fortzusetzen." Das hatte sie am Vortag allerdings auch gesagt - wortwörtlich. Darüber hinaus ließ das Institut wissen, dass sich die Anzeichen für eine Belebung der chinesischen Wirtschaft mehren würden. Vor diesem Hintergrund gäbe es keinen ökonomischen Grund für eine dauerhafte Schwächung des Yuan. Allerdings blieben die Analysten der Bank eine Erklärung schuldig, woher sie eigentlich ihren Optimismus schöpfen: Immerhin waren die Ausfuhren Chinas noch im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Beispielsweise. Zudem verlor der Yuan im Verlauf des Mittwochs noch weiter, und wenn sich Chinas Notenbank tatsächlich an ihre neue Wechselkursfixierung hält, müsste die Währung in den nächsten Tagen noch weiter fallen.