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Zagreb. (aml) Die Probleme rund um die Schweizer-Franken-Kredite könnten jetzt, zumindest in Kroatien, dauerhaft gelöst werden: Denn die kroatische Regierung plant Medienberichten zufolge eine Umwandlung der Franken-Darlehen in Euro-Kredite. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll bei einem der nächsten Kabinettstreffen verabschiedet werden.

Andere Länder haben bereits ähnliche Lösungen umgesetzt. Die Umwandlung von Franken- in Euro-Kredite wurde zuletzt in Montenegro eingeführt. In Polen sollen die Kredite in die dortige Nationalwährung Zloty umgewandelt werden.

Rund 55.000 kroatische Bürger besitzen laut Schätzungen Franken-Darlehen. Nach Daten der kroatischen Nationalbank lag das Volumen der Franken-Kredite an Privatkunden zum Jahresende 2014 bei 21,5 Milliarden Kuna (2,84 Milliarden Euro). Das sind 17,6 Prozent aller Kredite an Privatkunden, mehr als 94 Prozent davon sind Wohnungskredite.

Nach der Aufwertung des Franken gerieten viele kroatische Kreditnehmer in finanzielle Not. Durch die Aufwertung hatten sich nämlich auch die Nominalbeträge der aufgenommenen Kredite erhöht, weshalb viele jetzt mehr Schulden haben als der Kredit ursprünglich ausmachte.

Die Kosten der Umwandlung sowie des partiellen Schuldenerlasses sollen die Banken tragen. Darunter befinden sich die österreichischen Institute Raiffeisen Bank International und Erste Group sowie die Bank-Austria-Tochter Zagrebacka Banka. Die Umwandlung soll nach jenem Zinssatz erfolgen, der am Tag der Kreditaufnahme für die Euro-Kredite galt, hieß es. Außerdem solle sich die Lösung auf alle Franken-Kredite, nicht nur auf die Hypothekendarlehen, erstrecken. Den Verlust würden die Banken als Steuerermäßigung kompensieren können, berichteten die Medien.

Für die Kreditnehmer, vereinigt in der "Vereinigung Franken" ("Udruga Franak")", sei es das Wichtigste, dass die hochgeschnellten Kreditbeträge auf den ursprünglichen Wert zurückkehren. Wenn die gesetzliche Lösung dazu führen werde, werde man zufrieden sein, sagte eine Vertreterin des Vereins laut Medienberichten. Die österreichischen Banken äußerten sich auf Anfrage der "Wiener Zeitung" nicht zu den Entwicklungen - der Gesetzvorschlag müsse zuerst eingebracht werden, hieß es.