Zuletzt ist der Kurs der chinesischen Währung aber um 4,6 Prozent gefallen - das hat Schockwellen um die Welt geschickt.

Das ist aber nicht passiert, weil China seine Exporte weiter ankurbeln oder die Kosten für seine Importe drosseln will. Wir wollen sicherstellen, dass unser Wechselkurs-Mechanismus mit dem Rest der Welt zusammenpasst. Es gab manchmal Kritik, die Regierung würde den Wechselkurs beeinflussen, wir wollen aber, dass der Wechselkurs unserer Währung Yuan-Renminbi eben nicht von der Regierung oder der Notenbank bestimmt wird, sondern vom Markt. Dieser Übergang geht aber nicht ohne Fluktuationen vonstatten, damit war zu rechnen. Welche Chancen und welche Risiken sehen Sie in einem derartigen Umfeld für österreichische Unternehmen?

Erstens: Österreich hat große Kompetenz in der Umwelttechnologie, bei Urban Technologies. Als Investoren sind österreichische Unternehmen ebenfalls hochwillkommen: Denn bisher hat es gereicht, wenn Investoren Arbeitsplätze geschafft haben. Heute hat China viel striktere Umweltauflagen. Wenn ein Unternehmen die Umwelt in China verschmutzt, dann ist man nicht mehr willkommen. Der Vorteil österreichischer und europäischer Unternehmen ist, dass sie bei umweltfreundlichen Produktionsmethoden sehr weit fortgeschritten sind.

Die Bank of China wird in Wien eine Filiale eröffnen. Was ist die Motivation, nach Österreich zu gehen?

Das geht auf den Besuch von Bundespräsident Heinz Fischer zurück. Er hat damals gefragt, warum wir keine Filiale in Österreich haben. Seine Frage war berechtigt. Nun wird es bald eine Niederlassung geben. Österreich ist stark in puncto Forschung und Entwicklung. Aber die meisten Unternehmen sind kleine Familienbetriebe und sie verfügen nicht über eine besonders üppige finanzielle Ausstattung. Die Bank of China kann Investitionen bringen, kann österreichische Unternehmen mit chinesischen Unternehmen und Investoren vernetzen und kann zudem österreichischen Unternehmen dabei behilflich sein, den chinesischen Markt zu erobern. Ich habe während meines Aufenthalts schon - ohne dass das geplant gewesen wäre - mehrere Deals abschließen können. Das ist ein sehr positives Signal. Vor allem die Olympischen Winterspiele in China 2022 bieten Österreich gute Chancen.

Sind Sie Skifahrer?

Ich habe es einmal versucht, wäre aber beinahe gleich schwer gestürzt. Wer weiß, vielleicht hätte das negative Auswirkungen auf den Aktienkurs der Bank of China, wenn mir da etwas zustößt. Allein im Interesse der Aktionäre lasse ich es daher lieber sein. (lacht.)